2.04.2007 - The Time of my Life...Ruta Maya
01.04.2007
The Time of my life...die Ruta Maya...gestern bin ich also wiedergekommen und ich kann euch sagen, es war der Wahnsinn, ich bin so glücklich dort gewesen zu sein und ich will wieder an all die schönen Plätze, die ich gesehen habe...Aber von Anfang an...
Am Montag, dem 19.03. ging es los, wir trafen uns um 6 Uhr morgens an der Busstation von Toluca und fuhren nach Mexico-City. Dort wurden wir dann von AFS - Leuten in Empfang genommen und dann waren wir auch schon am Bus, wo wir alle wiedersahen, man, war das toll, und alle hatten sich so verändert (im Durchschnitt 10 Kilo zugenommen), es war aber cool, endlich alle wieder zu sehen! Dann ging es auch schon los zu den ersten Pyramiden, die wir besichtigten: Teotihuacan, besser bekannt auch als Sonnenpyramide und Mondpyramide. Dort holte ich mir auch meinen ersten Sonnenbrand auf den Schultern, der sich später dann auch ein bisschen pellte. Von dort aus ging es dann jedenfalls weiter nach Puebla, eine wirklich schöne Stadt mit einem angenehmen Klima. Dort schauten wir uns das Zentrum an und aßen leckeres Abendbrot. Und dann ging es ab in den Bus, 5 Stunden nach Oaxaca-Stadt. Dort im Hotel angekommen, gingen wir dann auch nur noch Schlafen. Am nächsten Morgen gab es dann ein sehr leckeres Frühstück im Hotel und auf ging es zu den Pyramiden von Mitla, die schön waren, weil sie Monumente hatten, die eigentlich nicht typisch sind. In Mitla probierte ich dann auch den für Oaxaca typischen Mezcal, ein Agavengetränk ähnlich wie Tequila. Anschließend ging es zum riesigsten Baum von Lateinamerika, der Baum von Tule. Er ist älter als 2000 Jahre und hat einen Durchmesser von 14 Metern und einen Umkreis von 58 Metern. Er ist schon recht beeindruckend und es sieht voll interessant aus, wie der Stamm verwachsen ist. Nachmittags hatten wir dann Freizeit in Oaxaca, die ich damit verbrachte mir die Innenstadt anzuschauen und das typische Essen zu probieren. In Oaxaca waren das letzte Jahr die ganzen Revolutionen von den Lehrern und so und so waren immer noch sehr, sehr viele Polizisten unterwegs und an einigen Gebäuden sah man auch noch die Zerstörungsspuren. Abends ging es dann in den Bus und wir fuhren die ganze Nacht hindurch bis wir dann so gegen 8 Uhr morgens in Chiapas de Crozo einem kleinen Dorf in Chiapas ankamen und dort gemütlich frühstückten. Anschließend machten wir eine Bootsfahrt auf dem Canion Sumidero, der ziemlich an die Fjorde in Norwegen erinnerte. Nachdem ich während der Bootsfahrt komplett nass wurde und alle das Bedürfnis hatten zu duschen ging es ins Hotel in San Cristobal und anschließend in die schöne Innenstadt und auf den Markt, wo man viele schöne Dinge finden konnte und ich natürlich auch fand, diese ganzen alternativen Märktchen verleiten so sehr zum Kaufen...Abends gingen wir dann aus, trafen erst auf eine ziemlich coole rockige Musikgruppe in einem Cafe und gingen dann anschließend in eine Rockbar, die mir total gefiel. Danach besuchten wir noch eine Reggae-Bar in der wir bis zum nächsten Morgen tanzten und mir ein Mann aus Puerto Rico noch ein wenig Salsa beibrachte. Nach nur kurzem Schlaf ging es um 6 Uhr los zu den Wasserfällen Aguas Azules (=blaue Wasser), in denen wir badeten und die wir wirklich traumhaft waren, das Wasser ist wirklich hellblau bis türkis – ähnlich wie die Karibik, aber dazu später. Anschließend schauten wir uns noch einen recht hohen Wasserfall (Misol-Ja) an und gingen Essen. Im Hotel angekommen gingen wir alle in den Pool schwimmen und dann ins Zentrum essen. Alle waren so müde, sodass wir relativ früh schlafen gingen, denn am nächsten Morgen ging es schon 6 Uhr los nach Yaxchilan, Pyramiden im Urwald. Nach 3 Stunden Fahrt und einem Frühstück in einem kleinen Ort, wo ich noch einen Deutschen kennen lernte, kamen wir an und fuhren auf dem Usumacinta, dem Granzfluss zwischen Guatemala und Mexiko mit einem kleinen Boot zu den Ruinen. Diese fahren auch wirklich toll, weil sie direkt im Dschungel lagen und so sehr aufregend wirkten. Es war dort nur so extrem heiß, bestimmt 40 Grad, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und kein einziger Luftzug. Anschließend hielten wir dann noch in Guatemala an und so betraten wir alle einmal den Boden Guatemalas. *Wow* Nach dem Abendbrot und einem kurzen Besuch im Internetcafe im Zentrum von Palenque ging es ins Hotel, wo schon der erfrischende Pool wartete. Abends gingen wir dann noch in eine Disco, was viel Spaß machte, da wir mit vielen Austauschschülern zusammen waren. Es wurde besonders lustig, weil die Norweger die ganze Zeit deutsch sprachen und wir wirklich viel lachten. Im nächsten Tag ging es dann zu den nächsten Pyramiden, nämlich denen von Palenque, die auch im Dschungel liegen, und von denen nur 1 % erforscht ist, weil es an Geld mangelt, weiter zu erforschen. Das ist wirklich traurig, wenn ich mir vorstelle, was dort noch an Schätzen im Urwald verborgen liegt. Nach einem leckeren Essen ging es noch mal im Pool baden und dann wieder für eine Nacht in den Bus. Morgens um 6 Uhr kamen wir in Merida an, wo wir noch mal schlafen und uns dann duschen gingen. Nach einem guten Frühstück gingen wir ins Zentrum und vor allem noch mal ein bisschen Kleidung für Cancun kaufen. Nachmittags schauten wir uns die Pyramiden von Uxmal an, wo wir einen voll niedlichen Salamander sahen und dem dann bestimmt 10 Minuten hinterherliefen, habt ihr die schon mal laufen gesehen, das sieht so lustig aus, ich habe sogar Videos davon gemacht! ? Naja...Dann wieder im Hotel angekommen, gab es eine Überraschung und wir machten uns alle ganz doll schick, mit Röcken und Kleidern und so. Es gab jedenfalls ein leckeres Abendbrot mit 4 Gängen und dann trat eine regionale Tanzgruppe in ihren typischen Trachten auf. Dort entstand auch ein Gruppenfoto der Deutschen. Weil wir danach aber so müde waren, blieb ich mit Wiebke (eine Deutsche, mit ihr bin ich auch auf ganz vielen Fotos drauf, weil wir viel zusammen machten) im Hotel und wir schauten einen Film, schliefen allerdings ein. Am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder weiter nach Chichen-Itza, die wohl bekanntesten Pyramiden Mexikos. Leider kann man nicht mehr bis nach oben steigen, weil sie schon ziemlich von Touristen zerstört wurden, aber es war trotzdem beeindruckend. Ich kaufte mir ganz viele schöne Souvenirs und alternative, typisch mexikanische Dinge. Danach fuhren wir zu einer Tropfsteinhöhle, in der wir dann auch baden gingen. Abendbrot gab es dann in einem kleinen Ort mit dem Namen Valladolid. Und dann ging es nach Cancun, die Partystadt überhaupt. Da es direkt an der Karibik gibt, gibt es ganz viele Hotels, Bars und Discos. Die Stadt ist neben ihren wunderbaren Stränden für ihr einmaliges Nachtleben bekannt. Sie ist für die Amerikaner wie für die Deutschen Mallorca. Und im Frühling wird das noch schlimmer, dann ist nämlich das sogenannte „Springbreak“, wo alle Amerikaner frei haben und nach Cancun zum Strand- und Partyurlaub fahren. Jedenfalls im Hotel angekommen, ging es nach kurzem Frischmachen dann auch schon los in die Disco „The City“, wo wir die ganze Nacht tanzten, noch einige Deutsche kennen lernten und auf jeden Fall sehr viel Spaß hatten. Der Schlaf kam dabei natürlich zu kurz, aber das war schon okay, der nächste Tag war recht ruhig. Mit einem Boot fuhren wir zur „Isla Mujeres“ (=Fraueninsel, warum auch immer das so heißt), wo wir schnorcheln gehen konnten mit ganz vielen bunten Fischen. Außerdem konnte man einen echten Hai anfassen, was ich auch tat, sie fühlen sich ziemlich rau an, aber es war schon ein komisches Gefühl, ein so gefährliches Tier an zu fassen. Dann gingen wir noch an den Strand, wobei ich mit Marie einer anderen Deutschen, unterwegs war, wir uns ein bisschen verliefen, so allerdings einen schönen verlassenen Strand sahen und eine Bar mit Schaukeln, ja, man sitzt wirklich auf Schaukeln an der Bar. Außerdem standen überall Himmelbetten am Strand, was ich mir total romantisch vorstelle, dort zu schlafen. Leider sieht man auf der Insel und in Cancun immer noch einige Stellen, die von dem Hurrikan 2005 verwüstet wurden, der die Halbinsel Yucatan ja wirklich recht stark betroffen hatte. Nachdem wir dann einen wunderschönen Sonnenuntergang vom Meer aus sahen, ging es zurück ins Hotel, wo wir uns fertig machten, um dann auszugehen. Wir gingen zuerst ins „Hard Rock Cafe“, wo eine coole Band spielte, mit der wir dann auch gleich Fotos machten. Außerdem kaufte ich mir ein T-Shirt und dann ging es auch schon in die Disco „Coco Bongo“, die wirklich cool war, weil sie Musik aus allen Bereichen spielte und gleichzeitig noch eine tolle Show hatte. Nach einer langen Nacht war dann auch schon Mittwoch und wir fuhren zu den Pyramiden von Tulum, die direkt am türkisblauen Meer gelegen waren, jaja...die Karibik ist schon der Wahnsinn! Das Meer ist so wunderschön, ich glaube, auf den Fotos sieht man das gar nicht so. Es ist total klar und leuchtet türkisblau, superschön! Danach ging es dann nach Xcaret. Das ist ein Freizeit und Naturpark, man kann zum Beispiel mit Delfinen schwimmen, aber leider hatten wir kaum Zeit und so schwammen wir nur in einem unterirdischen Fluss, schauten uns das Meer an, bewunderten wunderschöne Schmetterlinge und sahen einen Ameisenbär und noch viele andere Tiere. Aber der Höhepunkt dieses Parks war dann abends eine Show über die mexikanische Kultur. Es ging los mit typischen Maya-Zeremonien, zum Beispiel ein Spiel, bei dem sie eine 4 kilo schwere Steinkugel mit Hüften durch einen ziemlich hoch angebrachten Ring befördern müssen, dann so etwas wie Hockey, nur dass die Kugel dabei brannte. Dann ging es weiter mit der Darstellung der Eroberung durch die Spanier. Außerdem wurden dann anschließend verschiedene Traditionen aus den verschiedenen Regionen Mexikos gezeigt, also Tänze, Karneval und vieles mehr. Es war wirklich eine supertolle Show, in der man ganz viel von der mexikanischen Kultur gesehen hat. Ich fand sie echt Wahnsinn! Abends kamen wir spät im Hotel an und so blieben Wiebke und ich im Hotel, schauten Fotos, hörten Musik und erzählten. Später ging ich dann noch im Pool schwimmen und wir erzählten noch mit den anderen, die dann so langsam wiederkamen. Am nächsten Tag gingen wir dann an den Strand, und badeten in der Karibik, die teilweise bis zu 4 Meter hohe Welle hatte. Außerdem gingen wir ins Hilton-Hotel, aber so toll fand ich es gar nicht. Ich hätte es mir noch viel prunkvoller vorgestellt. Dann sonnten wir uns noch ein bisschen und gingen ins Zentrum um noch die letzten Souvenirs zu kaufen. Das war auch eine sehr gute Entscheidung, denn alle anderen waren sehr verbrannt, sogar Brandblasen hatten einige. Nach unseren Einkäufen (Corona-Shorts und ein Corona-Rock...von dem mexikanischen Bier) kamen wir ins Hotel an und machten uns nur noch schnell frisch und dann ging es wieder in den Bus und wir fuhren gegen 17 Uhr los. Gegen 12 Uhr kamen wir dann endlich in Veracruz an. Nach dem Essen und Frischmachen schlenderten wir noch ein bisschen im Zentrum herum und dann begann der Abschiedsabend. Wir wurden alle gefilmt für das Video von der Reise (es wird bestimmt total cool) und wir feierten noch den Geburtstag von einer der Französinnen. Dann fuhren einige schon nach Hause und wir saßen noch ein bisschen draußen mit einigen Leuten. Am nächsten Tag ging es um 10 Uhr los und um 20 Uhr kam ich total müde, aber sehr, sehr glücklich in Toluca an. Die Reise war wirklich superschön und ich bin so froh das erlebt zu haben. Es waren wirklich zwei der besten Wochen meines Lebens!
Viva México!
Anna
PS: Ich habe ganz, ganz viele Fotos ins Internet gestellt (www.myblog.de/kleinesboesesschaefchen ? Meine Fotos!!) und damit ihr ein bisschen wisst, wen und was ihr so seht, eine kurze Beschreibung, die Namen der Personen sind immer von links nach rechts.
- Blick aus dem Bus
- Oaxaca, Jungs auf der Reise
- Canion Sumidero: Fynn, Bardo & Philipp (Deutschland)
- Pyramiden von Tulum
- Pyramiden von Tulum: Wiebke, Melike, Marie, ich (Deutschland) & Sofie (Neuseeland)
- Pyramiden von Tulum: Melike, Philipp, Marie & ich (Deutschland)
- Pyramiden von Tulum: Marie, Fynn, Wiebke & ich (Deutschland)
- Canion Sumidero
- Palenque beim Abendbrot: Deutsche, Dänen, Neuseeländer, Franzosen
- Sonnenpyramide Teotihuacan
- Blick von der Mondpyramide Teotihuacan
- Pyramiden von Mitla: Gruppenfoto
- Baum von Tule
- Kirche in Oaxaca
- Canion Sumidero(durchs Wasser geschaffene Überhänge)
- Blick aus dem Bus
- Wasserfälle Aguas Azules: Wiebke & Melike (Deutschland)
- Wasserfälle Aguas Azules
- Wasserfall Misol-Ja: Ich, Wiebke & Melike (Deutschland)
- Pyramiden von Yaxchilan
- Pyramiden von Yaxchilan: ich an einer Leane
- Pyramiden von Yaxchilan: ich auf einer einsamen Bank im Urwald
- Pyramiden von Palenque: ich & Philipp (Deutschland)
- Verschiedene Bohnensorten
- Pyramiden von Palenque: ich im Wasserfall
- Pyramiden von Palenque: Wasserfall
- Blumen zum Agua de Jamaica
- Pyramiden von Uxmal: Wiebke, Annick & ich (Deutschland & Belgien)
- Pyramiden von Uxmal: Adriane, Philipp, Fynn, Wiebke, ich & Marie (Deutschland)
- Merida: alle deutschen = Melike, ich, Marie, Fynn, Wiebke, Adriane, Bardo & Philipp
- Chichen-Itza: Wiebke & ich (Deutschland)
- Valladolid: Marie, Wiebke & Melike (Deutschland)
- Cancun, Zentrum mit Discos „Coco Bongo“
- Cancun, Zentrum mit Discos „The City“
- Meer in cancun
- Isla Mujeres
- Isla Mujeres: Tauchen im Meer
- Isla Mujeres: Anna und der Hai
- Isla Mujeres: einsamer Strand
- Isla Mujeres: ich in der Karibik
- Isla Mujeres: einsamer Strand
- Isla Mujeres: Sonnenuntergang vom Boot aus
- Xcaret: Wegweiser ( Alemania = Deutschland) ...so weit bin ich weg
- Xcaret: Philipp & ich in der Hängematte (Deutschland)
- Xcaret: ich vor einem Wasserfall
- Xcaret: Ameisenbär
- Xcaret: ich mit «Einheimischem » & Schlange
- Chichen-Itza: der Schatten der Sonne formt eine Schlange, die von der Pyramide herabsteigt
- Cancun: Philipp & ich (Deutschland)
- Wasserfälle Aguas Azules: Gruppenfoto
- Xcaret: Äffchen
- Canion Sumidero: Krokodil
- Xcaret: von einem Fremden geborgter Drin, weil er so cool aussah
- Cancun: Hard Rock Cafe: Wiebke, ich & Melike (Deutschland)
- Cancun: Melike & Wiebke (Deutschland)
- Cancun: Hard Rock Café
- Cancun: Hard Rock Café: Wiebke & ich mit der Band die gespielt hat (Deutschland & Mexiko)
- Cancun: Leguan am Meer
- Cancun: Strand
- Cancun: Hilton-Hotel
- Cancun: Philipp & ich im Hilton-Hotel
- Cancun: Meer
- Cancun: ich am Strand
- Veracruz: Sergio & Maru (Betreuer von AFS)
- Veracruz: Französin beim Abbeißen ihres Geburtstagskuchens
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2.04.2007 - die Schule geht wieder los
13.03.2007
So, jetzt hat die Schule wieder richtig angefangen, so mit Unterricht und so. ? wir haben einen neuen Stundenplan, weil die Preparatoria in Semester eingeteilt ist. Wir sind jetzt also im neuen Semester und haben neue Fächer, wie Physik, Anatomie, „Mexiko in der Globalisierung“(ein bisschen wie ArbeitWirtschaftTechnik und Sozialkunde), Psychologie und Informatik. Das ist so das, was neu ist. Dabei machen mir Psychologie und „Mexiko“ besonders viel Spaß! Diese Fächer sind wirklich recht interessant...
Tja...aber was gab es sonst noch so neues? Ich bin jetzt 17!! Endlich! Aber bevor ich meinen Geburtstag beschreibe, noch kurz etwas anderes. Also, am 22. Februar waren mein Gastbruder und seine Freundin ein Jahr zusammen. Da meine Gastmutter weggefahren war, dekorierten wir(mein Gastbruder, Tavo und Dulce) das ganze Haus total romantisch. Den Boden des ganzen Wohnzimmers schmückten wir mit Rosenblättern und Teelichtern, außerdem weißen Herzluftballons. Auch der Tisch war mit Rosenblättern, Blumen und Kerzen geschmückt, dazu gab es Sekt und Essen vom Italiener. Außerdem noch ganz romantische Musik von Phil Collins. War das toll! Es war wirklich ein einziger Traum und ich glaube Edna (seine Freundin) hat sich auch voll gefreut! Naja..also, meinen Geburtstag habe ich so verbracht: da es frei war und meine Gastmutter nicht da war, wurde ich morgens mit einem „Happy Birthday“ von meinem Gastbruder und Gastvater geweckt. Dann telefonierte ich den ganzen Morgen mit Familie und Freunden aus Deutschland. Später ging ich dann mit meinem Vater und meinem Bruder beim Italiener essen, was total lecker und vor allem sehr lustig war. Abends fuhren wir dann zu Octavios Haus, wo ich mit einem riesigen Plakat von meinen Freunden überrascht wurde. Wir fuhren dann zu einer Disco, warteten aber auf meinen Bruder, der noch kurz zu seiner Freundin gefahren war. Er kam dann auch, allerdings ziemlich spät, weil er Tito gesucht hatte. Er hatte sich wohl total böse mit seinen Eltern gestritten, hatte schon seine Sachen gepackt und war von zu Hause weggegangen. Wir machten uns dann jedenfalls ziemliche Sorgen und in Feierlaune war so recht keiner mehr. Also gingen wir dann Tacos essen und dann war die Stimmung auch schon wieder besser und so gingen wir dann noch für ein paar Stunden Tanzen. Gegen 4 Uhr ging ich dann endlich schlafen und um halb 6 musste ich schon wieder aufstehen, weil wir dann zum Flughafen fuhren und nach Guadalajara flogen, wo schon meine Gastmutter und meine Gastschwestern waren, weil dort die Familie meiner Gastmutter wohnt und sie dort eine Klinik, irgendetwas mit Massagen, oder so, öffnen wird. Wir erreichten den Flughafen in wirklich allerletzter Minute und dann ging es los. Wir kamen dann gegen 9 Uhr bei einer Tante an (sind nur so 40 Minuten Flug) und mein Bruder zeigte mir erst mal die Umgebung. Dann trafen wir auf unsere Cousins und verbrachten ein bisschen Zeit mit ihnen. Anschließend fuhren wir zur Eröffnung der Klinik und danach zum Haus einer anderen Tante, wo wir den Nachmittag verbrachten. Es gab ganz, ganz leckere Meeresfrüchte und Octopus. Hmm...Nachdem mein Bruder den ganzen Nachmittag geschlafen hatte und ich mit den Cousins zusammen war, beschlossen mein Bruder und ich einen Spaziergang zu machen. Wir schauten uns das wunderschöne Zentrum im Dunkeln an und na ja...dann wussten wir nicht mehr, wo das Haus war und so irrten wir in der Stadt herum, ohne Handy und mit 6 Pesos (50 cent) bis wir schließlich von einem Geschäft aus, unsere Eltern anriefen und die uns dann abholten. Wir hatten ihn schon einen ganz schönen Schrecken eingejagt, weil wir so ca. 2 Stunden wegwaren. Tat uns ja auch ziemlich leid, aber irgendwie hat Guadalajara so etwas, jedes Mal verlaufe ich mich und mein Bruder hat sich auch fast immer verlaufen, wenn er da war...
Dann fuhren wir zurück zum Haus der Tanten, aber da nicht genügend Platz war, schliefen meine Gastschwester, mein Gastvater und ich im Crowne Plaza, einem Hotel, in dem wir am nächsten Morgen auch ganz lecker frühstückten. Besonders lecker waren die „Tortas ahogadas“ (=ertrunkenes belegtes Brötchen), das heißt, man hat ein Brötchen mit Fleisch belegt und das wird dann vollständig mit Soße überdeckt, sodass es richtig in der Soße schwimmt und dann wird es mit der Gabel gegessen. Nach dem Frühstück ging es dann auch wieder zurück nach Toluca, wir fuhren im Auto und meine Gastmutter fuhr mit meiner kleinen Gastschwester zurück, weil diese krank war. Allerdings brauchten wir 7 oder 8 Stunden, weil wir uns verfuhren (normalerweise sind es 4-5 Stunden), also ging ich abends nur noch schlafen, weil ich immer noch ein ziemliches Schlafdefizit hatte. Am Montag kamen dann Edna, Tito, Tavo und Dulce zu uns nach Hause und wir holten meine Geburtstagsfeier nach. Das heißt, wir aßen Kuchen, ja, ich musste abbeißen und wurde auch in den Kuchen gedrückt, wenn auch nicht besonders doll. Außerdem sangen alle für mich das typische mexikanische Geburtstagslied. Es war recht schön. Die Woche weiter war dann nichts spannendes los. Freitag Abend gingen wir in die Disco tanzen. Es war das erste Mal, dass mir der mexikanische Tanzstil gut gelang. Also, sehr, sehr körperbetont und sexy zu tanzen. Aber ich habe es hinbekommen! Juchu!! Danach kam es allerdings zu einem nicht so schönen Zwischenfall. Ednas Auto wurde aufgebrochen und ihr Discman, ein paar Schuhe und eine Jacke geklaut. Aber nichts desto trotz war es ein schöner Abend. In der Woche machten wir dann wieder das Gleiche, uns in Tavos Haus treffen. Am Freitag gingen wir dann ins Kino zu einem mexikanischen Film über böse Mädchen. Ganz guter Film eigentlich, außer, dass ich mich ziemlich schlecht fühlte, weil ich krank wurde und immer noch bin und deswegen auch gerade nicht zur Schule gehe...
Nächsten Sonntag kommt Elke, meine belgische Freundin und dann am Montag geht es los auf die Ruta Maya für 2 Wochen den Süden des wunderbaren Mexikos anschauen, nach Cancun, das Urlaubsziel überhaupt in Mexiko und die ganzen alten Maya-Ruinen anschauen. Ich glaube, es wird traumhaft, aber dazu dann in meiner nächsten Mail.
Ich habe übrigens wieder neue Fotos von meinen letzten 3 Reisen, von denen ich in der letzten Mail geschrieben hatte, ins Internet gestellt. Also, einfach auf www.myblog.de/kleinesboesesschaefchen und auf „Meine Fotos“ gehen!
Liebe Grüße
Anna
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5.03.2007 - Ich war viel unterwegs!
19.02.2007
…wieder eine aufregende Woche vergangen. Am letzten Samstag sind mein Bruder und ich mit Tavo und Dulce zu einer Familienfeier von Dulce gegangen. Danach sind wir dann zu galerias, weil wir eigentlich ins Kino wollten, aber da kein FLim lief, sind wir dann in eine Bar gegangen. Die beiden schliefen dann auch bei uns. Am naechsten Tag kamen dann Edna und Tito zu Besuch. Am Montag gingen wir (Tavo, Dulce, Edna, Tito, mein Bruder und ich zu Tavos Haus und schauten eine Film. Am Dienstag verbrachte ich den Nachmittag dann mit Edna und Dulce,. Wir gingen Eis essen und dann zum Arzt, weil ich shcon seit laengerer Zeit Bauchschmerzen hatte. Es stellte sich heraus, dass ich eine durch Chile und Fertigprodukte ausgeloeste Entzuendung habe und so ass ich die letzte Woche kein Brot, kein Chile, kein Café, keine Schokolade, keine Lacteose-Produkte. Keine Fertigprodukte, eingeschraenkt Fleisch,…naja…so schlimm war es nicht. Ich ass also Obst, Gemuese und Fisch, trank Tee und Wasser. Auch mal gut fuer den Koerper. Am Mittwoch abend kam dann Claire eine Austauschschuelerin aus Neuseeland zu mir und schlief bei mir, weil wir am naechsten Morgen schon um halb 4 in der Schule sein mussten, weil es auf Reise ging. Wir standen dann auch auf, allerdings mussten wir ungefaehr eine halbe Stunde auf des Taxi warten, was nicht kam und kam und kam. Zum Glueck waren wir nicht die einzigen, die spaet waren, weil sonst haetten sie uns ganz sicher dagelassen. Als ich dann am naechsten Morgen aufwachte, waren wir schon in Guadalajara. Die Stadt ist traumhaft. Wir gingen dann zunächst erst einmal frühstücken und dann schauten wir uns eine Kirche an, in der sich ganz viele Wandmalereien befinden, die wenn man sich bewegt, sich anscheinend auch bewegen, weil eine optische Täuschung in ihnen eingebaut ist! War voll cool. Danach schauten wir uns dann das Zentrum an. Es ist ein absoluter Traum und Guadalajara meine absolute Lieblingsstadt, von allen Städten, die ich hier bis jetzt gesehen habe. Ich ging mit einer aus dem 3. Semester und dem Disziplin-Mensch aus der Schule. Er sagte uns, dass wir uns an der Busstation treffen würden und so gingen wir zu Kathedrale und kehrten dann zur Busstation zurück, allerdings verloren wir den Disziplin-Menschen und so, waren wir alleine. An der Busstation angekommen, war dort aber niemand, von unseren Mitschülern, außerdem hatten wir keine Handynummern, weil es nicht meine Klasse, sondern ein 3. Semester (11.Klasse) war. So gerieten wir schon leicht in Panik. Zum Glück fanden wir dann 10 Minuten später den Bus und den Busfahrer. Der wurde dann auch gleich von der Lehrerin angerufen, die sagte, dass alle an der Kathedrale warteten, dass ihr aber 2 Leute fehlen wuerden. Der Busfahrer sagte ihr dann auch, dass diese 2 Personen bei ihm wären, aber die Lehrerin dachte, dass diese 2 Personen der Disziplin-Mensch und das andere Mädchen wären, geriet also in Panik, wo ich denn wäre, schickte Yishaq (guter Freund von mir) los, um mich zu suchen und rief meine Freunde in Toluca an, damit sie mich anrufen um zu erfahren, wo ich denn wäre. Abe rich war doch schon im Bus!!! Naja…das sagte ich ihnen dann auch, doch als dann alle einstiegen, machten sie sich über mich lustig, dass ich mich verloren haette, was aber gar nicht stimmte. Na gut, als wir dann im nächsten Ort hielten, der so ein bisschen Ähnlichkeit mit den Artesanias in Metepec hatte und voll typisch mexikanisch war – mir total gut gefiel (besonders die ganzen Schmuckstände und das voll schöne Zentrum), bekam ich dann die Anweisung, dass ich mit Yishaq zu gehen hatte, um mich nicht zu verlieren. Nach der Besichtigung dieses Ortes fuhren wir nach Tequila (ja, es gibt wirklich einen Ort, der so heißt), der dort nämlich produziert wird (also, von dort stammt er ursprünglich) und schauten uns an, wie Tequila halt gemacht wird und natürlich kauften wir uns auch alle eine Flasche, die ich auch mit nach Deutschland bringen will. Dann aßen wir Abendbrot und fuhren weiter nach Tepic, wo wir alle nur noch todmüde ins Hotelbett fielen und einschliefen. Am nächsten Tag frühstückten wir im Hotel und besichtigten dann anschließend das Zentrum Tepics. Danach fuhren wir zur “Tovara”, wo man eine Bootsfahrt durch den Dschungel machte und Krokodile, Schildkröten, viele Vögel und andere Tiere in freier Natur sah, aber sich dann auch Krokodile in Gehegen anschaute, die schon verdammt dich an einem dran waren. Außerdem hielt ich ein Baby-Krokodil in den Händen. Es war wirklich beeindruckend die Natur und die ganzen Tiere, die man so in freier Natur sah. Ich war jedenfalls beeindruckt. Anschließend fuhren wir dann ins Hotel, gingen am Strand und im Hotelpool baden, spielten außerdem noch American Football mit einer Kokosnuss am Strand und ich in voller Kleidung, die dann natürlich vollständig nass war, weil ich hinfiel und dann ins Meer baden ging. Wir gingen dann auch recht früh schlafen, weil wir am nächsten Morgen um 5 Uhr aufstanden, um Wale beobachten zu gehen. Um 7 Uhr stiegen wir dann in die Motorboote mit 8 Personen und fuhren hinaus aufs offene Meer. Wir sahen dann auch Wale, wie sie ihre Fontänen ausstießen, aus dem Meer sprangen und dann elegant mit ihrer riesigen Schwanzflosse wieder untertauchten. Das war schon ein beeindruckendes Spektakel! Allerdings wollten wir dann auch wieder zurück, weil es kalt war, wir nichts gegessen hatten und uns allen(wir waren nur Mädchen) echt schlecht war. Wir angelten dann noch und später sahen wir noch eine Mischung aus Wal und Hai so ungefähr 2 Meter neben unserem Boot. Was für mich auch besonders toll war, waren die Pelikane, die wir sahen, ich hatte die vorher noch nie in freier Natur gesehen. Alle anderen amüsierten sich allerdings über mich, weil ich die ganze Zeit wie verrückt Fotos und Videos von den Pelikanen machte, weil davon gibt es hier in Mexiko wohl so verdammt viele, dass es für sie absolute nichts besonderes war. Aber ich finde, dass sind wirklich voll coole Vögel. Naja…Als wir dann nach 5 Stunden Fahrt auf offener See endlich wieder im Hafen ankamen, total durchgefroren und ausgehungert, gingen wir erstmal in den Ort etwas essen. Danach fuhren wir dann noch einmal raus, auf eine Insel, wo es ganz viele Muscheln gab. War schon cool. Dann wieder im Hotel angekommen, machten wir noch Disco und spielten Billard. Außerdem unterhielt ich mich mit dem Besitzer des Hotels, einem Österreicher, der schon seit 1983 in Mexiko lebt und das Hotel eröffnet hat. War recht interessant.
Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück und wir kamen abends gegen 23 Uhr in Toluca an. Dort wurde ich dann von meinem Bruder, Dulce und Tavo abgeholt. Am nächsten Tag gingen wir zu Tavos Haus, wo Tavo, mein Bruder und Tito sich extrem stritten. Das führte dann dazu, dass wir abends alle (Tito, Tavo, Luis, Edna, Dulce und ich) ein langes Gespräch führten. Naja…
Dienstags war ich dann zuhause, schaute einen Film und wir schauten uns Häuser an, weil der Mietvertrag demnächst ablaufen wird. Mittwoch waren wir dann wieder in Octavios Haus, keine Ahnung, was wir machten. Donnerstag war Großeinkauf für unsere Familie angesagt und so verbrachten wir bestimmt 2-3 Stunden im Supermarkt. Am Freitag ging ich mit Tito Mittag essen und wir waren in Tavos Haus. Am Samstag fuhr ich mit den Austauschschülern von „Rotary“ auf eine Ranch um Mittag zu essen und danach fuhren wir noch an den Rand des Vulkans und machten eine Schneeballschlacht, ja, es lag wirklich Schnee! Eigentlich wollten wir ganz bis nach oben auf den Vulkan, aber die Straßen waren gesperrt, weil so viel Schnee lag. War aber voll schön. Erst mal der Schnee und dann mal wieder mit Austauschschülern sprechen. Ich habe da auch eine recht gute Freundin, Theresa, die aus der nähe von Potsdam kommt. Am Sonntag machten wir Fondue (sehr lecker) mit der ganzen Familie und Nicole und ich machten eine Henna- Haarkur, was recht witzig war, weil man da so Schlamm auf dem Kopf hat. Naja...
Am Montag waren wir recht viele in Tavos Haus (Luis, Edna, Dulce, Tito, Claire (Neuseeland und ihr Gastbruder) Pepe, Giovanni, Joel und ich) und wir schauten Filme. Am Dienstag waren wir wieder recht viele, aber diesmal im Haus meines Vaters. Am Mittwoch ging es dann los nach „Tonatico“ und „Ixtapan de la Sal“, zwei Städte ungefähr eine Stunde von Toluca entfernt. Es war eine AFS-Reise und wir waren in Gastfamilien untergebracht. Am Mittwoch, nachdem wir angekommen waren, wurden wir unseren Gastgeschwistern vorgestellt und gingen anschließend mit ihnen zum Unterricht. Nach der Schule aßen wir dann Mittag (bei meiner Familie zuhause) und danach fuhr ich mit der älteren Gastschwester auf ihrem Moped umher, zur Familie ihres Freundes und ins Zentrum. Abends war dann eine kleine Art Veranstaltung, bei der uns der Ortspräsident willkommen hieß und wir leckere Tamale(Gebäck in Maisblättern) zu essen bekamen. Am nächsten Tag ging ich wieder zur Schule und anschließend hatten wir eine Präsentation (Deutschland) in einem Kino mit dem Präsidenten des „Estado de Mexico“, der schon eine recht wichtige Persönlichkeit ist. Ist uns aber recht gut gelungen! Anschließend schauten wir uns die „Voladores“ an, die wir schon auf der Reise nach Veracruz gesehen hatten. Danach gingen wir in ein Schwimmbad, wo wir Mittag aßen, weitere Präsentationen hielten und einfach den ganzen Nachmittag zusammen saßen in der Sonne. Wir tranken Piña Colada aus einer echten Ananas und mit frischem Ananassaft...hmmm...war das lecker. Abends machten wir dann Lagerfeuer und schauten uns Ruinen an. Am Freitag hatten wir eine Präsentation (immer über unsere Länder) vor der ganzen Schule. Danach besuchten wir eine Tropfsteinhöhle, in der sich ganz viele lustige Motive gebildet hatten. Doch dann kam der aufregendste Teil der ganzen Reise. Wir stiegen in die Tiefen der Höhle hinab. Das bedeutet, wir seilten und an einer steilen Steinwand ab und dann kletterten wir in der stockdusteren Höhle herum, mit einer Schwimmweste und einer am Kopf befestigten Taschenlampe ausgerüstet. Wir durchschwammen sechs Höhlenseen, die wirklich eiskalt waren und das in voller Kleidung, wir kletterten über echt große Felsen, bis wir schließlich nach ungefähr drei Stunden total durchgefroren und mit aufgeschlagenen Knien das Licht sahen. Klingt zwar ein bisschen komisch, aber wir waren echt heilfroh endlich wieder Licht zu sehen. Anschließend gingen wir nach Hause, Mittag essen, mich duschen und dann trafen wir uns schon wieder auf dem Rummel, der gerade in der Stadt war, um ein bisschen shoppen zu gehen. Anschließend gingen wir dann noch alle in die Disco und kamen gegen wieder früh aufstehen, wir verabschiedeten uns von unseren Familien(zu meiner Familie später) und dann ging es los nach Taxco, die Stadt des Silbers. Dort war wirklich Silbergeschäft an Silbergeschäft gereiht. Außerdem gab es ganz viele Silbermärkte mit einer Vielzahl an Schmuck. Wir kauften ein und dann gingen wir (Fynn, Bardo aus Deutschland, Nathasha aus der Schweiz und ich – wir waren die ganze Zeit zusammen) in ein italienisches Restaurant Pizza essen. Und auf wen trafen wir da? Auf zwei deutsche Frauen, die in Mexiko an einer deutschen Schule in Puebla arbeiten. Außerdem drei Deutsche, die ein Freies Soziales Jahr in Mexiko-City absolvieren. Außerdem gesellte sich dann auch noch ein deutsches Touristenpärchen zu uns. Die gesamte obere Etage war von deutschen belagert. Die Welt ist so groß und man trifft sich doch immer irgendwie als Deutsche. ? War aber mal wieder recht lustig mit Deutschen zu reden, die keine Austauschschüler sind. Ja, und dann fuhren wir auch wieder zurück nach Toluca und kamen erschöpft in unseren Familien an.
Apropos Familie, etwas zu meiner Gastfamilie aus Tonatico. Also, die Mutter ist Lehrerin an einer öffentlichen Schule und verdient monatlich glaub ich 2000 Pesos (150 Euro), ihr Mann arbeitet in den USA. Sie haben 5 Kinder, alles Mädchen (Zwillinge von 19 Jahren, 15 Jahre, 8 Jahre und 5 Jahre). Außerdem ganz viele Tiere und ihre eigene Maisplantage. Also, ich würde nicht sagen, dass sie für eine mexikanische Familie besonders arm sind, aber ich habe ehrlich gesagt noch nie so eine Armut erlebt. Auch wenn sie nichts haben, sie geben dir trotzdem immer noch alles, auch wenn sie dafür dann nichts essen. Wie oft beschweren wir uns über Kleinigkeiten? Diese Leute sind glücklich und beschweren sich nicht einmal, wenn es jeden Tag das Gleiche zu essen gibt. Es hat mich schon sehr nachdenklich gemacht, diese Erfahrung und es war eine meiner besten persönlichen Erfahrungen hier in Mexiko.
Jedenfalls dann wieder in Toluca angekommen ging ich dann nur noch schlafen. Am nächsten Tag fuhr ich mit Tito nach Tenancingo, eine Stadt eine Stunde von Toluca entfernt, wo seine Familie ein Haus hat und wir schauten uns die Stadt an. Nachmittags schlief ich, schrieb E-Mails und schaute Filme an, also sehr entspannend.
Montag war dann Schule und nach der Schule trafen wir uns im Haus meines Vaters. Am Dienstag waren wir bei Octavio zuhause und Tavo, Luis und Tito stritten sich wieder extrem doll, was dann dazu führte, dass auch Tito und ich uns ziemlich anschrieen. Naja...am Mittwoch war ich zuhause und fuhr Fahrrad in einem nahe gelegenen Park mit Nicole. Abends hatte ich noch ein langes Gespräch mit meinem Bruder bis ca. 2 Uhr morgens. Meinen Koffer für die nächste Reise packte ich deswegen am nächsten Morgen um 6 Uhr. Es war eine Klassenfahrt, doch auch meine Gasteltern, -schwestern und Adelita(die Hausangestellte) fuhren mit. Am Donnerstagmorgen ging es um 8 Uhr los. Zuerst fuhren wir in 3 verschiedene Dörfchen und schauten uns diese an. Das interessanteste war Bernal, in dem sich der 3.größeste Fels (aus einem Stück) der Welt befindet (1. Gibraltar (britische Kolonie in Spanien), 2. Zuckerhut(Brasilien)). Abends gingen wir kurz ins Hotel um uns frisch zu machen und dann hatten wir 2 Stunden Freizeit in Queretaro. Schöne Stadt und wir aßen leckere Tamale und tranken Atole ( so eine Art heiße Schokolade, aber in ganz vielen Geschmacksrichtungen, z.B. Milchreis). Am nächsten Tag ging es dann weiter, zuerst in zwei Städtchen, die mit der Revolution zu tun hatten, in denen wir Museen und die schönen Stadtzentren.
Außerdem aßen wir zu Mittag in einer Stadt, in der es Eis in allen möglichen , Geschmacksrichtungen, zum Beispiel, Mais, Tequila, Rose, Krabbe, und viele mexikanische Gemüse und Gerichte...hat zwar ein bisschen eigenartig, aber doch irgendwie gut geschmeckt. Dann abends im Hotel angekommen, wollten wir eigentlich schwimmen gehen, doch der Pool schien so kalt. Allerdings bekann ich mit Giovanni am Beckenrand spaßhaft zu kämpfen und plötzlich schubsten sie uns beide komplett angezogen ins Wasser. Huh, war das kalt. Nach einer heißen Dusche, gingen wir dann zu einem Einkaufszentrum, wo wir Abendbrot aßen.
Am nächsten Morgen ging es dann in die Innenstadt von Guanajuato, wo wir uns als erstes die Mumien anschauten. Ja, die haben dort wirklich eine riesige Sammlung von Körpern, die nicht verrottet, sondern auf eine Art mumifiziert worden sind. War zwar interessant, aber auch ziemlich eklig. Naja...Danach gingen wir dann in ein Museum, was mit der Revolution zusammen hing. Die Erklärungen waren wirklich spannend, dann guckten wir uns die Universität, die Kathedrale und die Innenstadt an. Wir gingen in eine Kirche und ich sah meine erste katholische Hochzeit, außerdem Mariachis (die typischen mexikanischen Musiker). Danach aßen wir zu Mittag in einem Mercado (eine Art Markt, in dem es wirklich alles gibt...Kleidung, Obst, Süßigkeiten, Papierkram, Filme und CDs, Essen zum Mitnehmen, also wirklich alles und das halt alles in ganz vielen kleinen Ständen. Ich aß leckere Erdbeeren und trank Agua de Horchata, was Wasser ist, dass wie Milchreis schmeckt und von den Erfrischungs - Getränken hier absolut das leckerste ist. Danach gingen wir dann weiter die Stadt besichtigen, zum Beispiel gab es dort eine Gasse, in der ein Liebespaar wohnte, aber weil er so arm war, konnten sie nicht zusammen sein (ihr Vater wollte es nicht und brachte deshalb seine eigene Tochter um, sterbend, gab sie ihrem Geliebten einen letzten Kuss) und deswegen heißt diese Gasse, „Kussgasse“ und es soll wohl Glück bringen sich dort zu küssen, was dann auch alle ausgiebig taten und ich mit meiner Kamera dokumentierte. Danach fuhren wir dann noch mit der Seilbahn auf einen Hügel (wie viele mexikanische Städte befindet sich auch Guanajuato in einem Tal), um uns die gesamte Stadt anzuschauen, wirklich sehr schön...
Dann gab man uns ein bisschen Zeit, um uns im Hotel frisch zu machen und dann ging es auch schon wieder los ins Zentrum, um dort an einer nächtlichen Stadtführung teilzunehmen. Das muss man sich dann so vorstellen, dass dich Studenten durch die Stadt führen in mittelalterliche Trachten gekleidet und spielen traditionelle spanische Lieder auf Instrumenten und singen dazu. Es ist traumhaft. Außerdem wurden wir selbst mit einbezogen, ich zum Beispiel musste mit Tito vor allen Leuten tanzen. Aber es war echt lustig. Es war einfach ein voll schönes Erlebnis. Die Stadt bei Nacht, die traumhafte Musik und die lustige Führung der Studenten. Toll!
Danach gingen wir dann noch in eine Bar, wo es an Ausländern nur so wimmelte. Danach gegen 2 Uhr nachts gingen wir dann noch Tacos essen, fuhren dann nach Hause und ich schlief fast sofort ein. Allerdings wachte ich dann auf, weil Tito, Luis und Tavo an unserem Zimmer klopften um ihren Freundinnen eine Gute Nacht zu wünschen und uns dann eine Stinkbombe ins Badezimmer warfen.
Am nächsten Morgen war der 39. Geburtstag meines Gastvaters, ich schenkte ihm ein Buch über Berlin (er lebte dort ja 4 Jahre). Dann gingen wir wieder ins Zentrum, schauten uns das Theater an (oh, wie vermisse ich mein schönes Schweriner Theater), was aber auch ganz schön war, es hatte russische und spanische Elemente und war schon ganz toll. Anschließend gingen wir Souvenirs shoppen und dann hatten wir 2 Stunden Freiheit um zu shoppen, allerdings nutzten Tito und ich diese um in das Geburtshaus Diego Rivera (der bedeutende mexikanische Wandmaler, Ehemann von Frida Kahlo) zu gehen, was zu einem Museum eingerichtet war. Nach langem Betteln versprach mir Tito dann auch, mit mir nach Coyocan, das Frida Kahlo Dorf am Rande von Mexiko-City zu fahren, gemeinsam mit unserer Geschichts- und Kulturlehrerin (eine tolle Frau), damit sie mir alles erklären kann. Wahrscheinlich fahren wir diesen Samstag. Toll, oder? Naja...danach fuhren wir dann wieder nach Hause und kamen nachts in Toluca an. Wirklich mal wieder eine tolle Reise, mit vielem Neuem.
Bis Mittwoch waren wir dann im Haus meines Vaters, außer Filme schauen, meine Freunde in Octavios Haus treffen und am Mittwoch abends in eine Bar gehen mit meinen Freunden (Valentinstag) machte ich nicht viel. Am Donnerstag blieb ich dann zuhause in meinem Bett, weil ich ziemlich erkältet war (meine ganze Klasse ist erkältet). Am Freitag ging ich zur Schule und zu Tavo nach Hause. Abends spielten meine Gastmutter, -schwester und ich dann noch Karten. Am nächsten Morgen fuhren wir dann nach Mexiko-City zu einem Rotary-treffen auf dem sie meinem Gastbruder endgültig bestätigten, dass er nächstes Jahr nach Taiwan (China) geht um Mandarin zu lernen. Danach gingen wir dann noch essen und ich probierte einige echt sehr gewöhnungsbedürftige Dinge, dessen Name ich allerdings erst im Nachhinein verstand und da hatte ich sie schon runtergeschluckt, und zwar probierte ich Schweinehirn und Ameiseneier. Ja, ich weiß, ist schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber man hat mir immer beigebracht, man muss immer erst alles probieren, wenn man darüber urteilen will und, wenn man nicht weiß, was es ist, schmeckt es auch echt lecker. Naja...nachmittags gingen wir(viele meiner Freunde) dann zur Geburtstagsparty von Titos Bruder. Na ja...die verlaufen hier mit Familie und Freunden so zusammen. Außerdem bekommt man einen Kuchen, muss dann da hereinbeißen und wird natürlich von seinen Freunden mit dem ganzen Gesicht hineingedrückt. Ich habe schon gesagt, dass ich absolut keinen Kuchen will!! ? Abends schauten wir dann noch ein Fußballspiel Tolucas in Pepes Haus, leider war es nur ein Unentschieden... Sonntag trafen wir uns dann mal wieder alle in Tavos Haus (Tavo = Kurzform von Octavio, einer aus meiner Klasse, seine Freundin ist Dulce). Genauso, wie heute. Ja, und so verging wieder mehr als ein Monat, ohne etwas von mir gehört zu haben. Aber wie ihr vielleicht aus meiner E-Mail entnehmen könnt: Ich war viel unterwegs!
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13.01.2007 - Weihnachten und Silvester
12.01.2007
Als erstes einmal: Frohes neues Jahr! Und dann, Entschuldigung, dass ich nun
schon fast einen Monat nichts mehr habe von mir hören lassen!
Also, am Samstag (16.12.) war der 18. Geburtstag von Dulce und wir gingen in
eine Art Disco/Bar, wo wir viel tanzten und sehr viel Spaß hatten! Den nächsten
Tag verbrachten wir dann mit Faulenzen und fuhr mit Luis, meinem Bruder, los, um
Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Den Montag verbrachte ich dann zusammen mit Luis
und Nicole, weil wir immer noch nicht alle Geschenke vollständig hatten. In der
Schule waren wir damit beschäftigt eine Piñata zu basteln. Also, das ist hier
nämlich eine ganz typische Sache zu Weihnachten, Silvester und zu Geburtstagen.
Piñatas gibt es in ganz verschiedenen Formen, die ursprünglichen sind
kugelförmig und haben 7 Stachel, die symbolisch für die 7 Todsünden stehen. In
der Piñata sind noch mehr symbolische Dinge und Bedeutungen versteckt,
allerdings habe ich diese immer noch nicht alle entdeckt. Außerdem habe ich mir
vorgenommen am Ende dieses Jahres einen Text über alle typischen Dinge Mexikos
zu schreiben und dann kommt eine noch genauere Erklärung. So, jedenfalls gibt
es die Piñata jetzt auch in allen anderen denkbaren Formen... Tiere, Menschen,
Autos,...wirklich alles mögliche. Sie ist entweder aus Pappe(mit Pappmasche und
einem Luftballon drinnen für die Form) oder Ton gemacht und im Inneren sind
Süßigkeiten. Außerdem ist sie sehr bunt z.B. mit Krepppapier gestaltet. An dem
Tag der Feierlichkeit wird sie dann an einem Seil aufgehängt, dass von jemandem
festgehalten und bewegt wird, sodass die Piñata sich bewegt. Dann werden
demjenigen, der die Piñata schlagen wird die Augen verbunden, er wird im Kreis
gedreht und alle singen ein spezielles Piñata-Lied, während der nun nichts mehr
sehende probiert mit einem Stock die Piñata zu schlagen, damit sie kaputtgeht
und die Süßigkeiten herausfallen. Wenn das Lied zuende, also seine Zeit vorbei
ist, dann kommt der Nächste und schlägt die Piñata. Dieses Ritual wird gemacht
um die Todsünden und die bösen Dinge loszuwerden (ganz grob erklärt). Das haben
wir dann am Dienstag in der Schule auf jeden Fall gemacht. Und es ist gar nicht
so einfach, wie es vielleicht erscheinen mag, weil einem ist ja schwindelig,
außerdem wird die Piñata die ganze Zeit bewegt, für die Zuschauer ist es also
wirklich lustig, jemandem dabei zu zuschauen, der die Piñata schlägt. Ich
glaube, ich habe nicht ein einziges Mal getroffen. ? Außerdem bestellten wir
dann noch 10 Pizzas für die ganze Klasse für ein gemeinsames Essen.
Dienstag Nachmittag kamen dann Tito und Edna mit zu uns nach Hause, ich packte
meine Tasche für Acapulco und danach fuhren wir zu einer Art kleinen Feier, von
meiner Klasse aus in einer Bar. Es war auch wirklich recht schön mit allen zu
reden, zu tanzen, viel Spaß zu haben. Am nächsten Morgen (20.12.) bzw. mehr
Mittag ging es dann los nach Acapulco. Wir fuhren ungefähr 5 Stunden und kamen
gegen Abend an, genau pünktlich um den traumhaften Sonnenuntergang über dem
Meer zu sehen. Während des Weges konnte man deutlich die Klimaveränderung und
damit auch den Vegetationswechsel sehen. Von mitteleuropäischer
Vegetation(Nadelbäume, Mischwald) bis zu Mittelmeerwuchs. Also, Kakteen,
Palmen,... traumhaft. Und dann waren wir im Hotel, von dem man direkt aufs Meer
schauen konnte, weil es an einem Hügel gelegen ist und um zu unseren Zimmern zu
gelangen, fuhren wir noch weiter bergaufwärts. Zu jeweils 2 gemieteten Zimmern,
gehört ein eigener Swimming - Pool und da gingen wir dann natürlich auch gleich
drin schwimmen. Abends fielen wir dann alle nur noch todmüde ins Bett (ich
teilte mir das Zimmer mit Luis und Nicole, und meine Gasteltern schliefen im
anderen mit Nathalie). Ich hatte von meinem Bett aus Ausblick aufs Meer und da
wir uns in einer Bucht befanden, sah man zuerst das Meer, dann eine Bergkette,
mit ganz vielen Lichtern und dahinter schließlich wieder das Meer. Außerdem
waren überall Palmen, also einfach nur traumhaft. Am nächsten Tag fuhren meine
Gasteltern dann einkaufen und Nicole, Luis und ich gingen baden und genossen
die Sonne(es waren so 30-35°C). Abends schauten wir uns dann die Stadt an,
gingen Tacos essen. Acapulco ist ein absoluter Touristenort, so viele Menschen
fahren dorthin in den Urlaub, besonders aus den USA, deswegen sind Restaurants,
Discos, Bars und Hotels dicht an dicht gebaut. Außerdem viele
Touristenattraktionen. Aber es ist wirklich beeindruckend, einfach diese
Atmosphäre, muss man gespürt haben, da merkt man, was die Leute für ein
Lebensgefühl haben. Abends ging ich mit Luis dann noch in eine Disco, die
direkt am Strand gelegen war, am Ende des Abends tanzten wir dann also barfuß
im Strandsand. Mit Luis zusammen macht es wirklich immer viel Spaß, wegzugehen.
Wieder im Hotel angekommen, gingen wir dann noch schwimmen. Am nächsten Tag
gingen wir dann im Meer schwimmen. Also nicht direkt am Strand, sondern das
Hotel hat ein Schwimmbecken, das zum Meer hin offen ist, man ist eben einfach
nur ein bisschen abgeschirmt, weil es echt gefährlich sein kann. Aber es ist im
Prinzip wie Meer, weil der Boden mit Steinen ist. Außerdem haben wir einen
Seestern auf dem Boden gesehen und mein Bruder hat ihn dann heraufgeholt, damit
wir ihn genauer bestaunen konnten. Die sind schon ganz schön beeindruckend.
Natürlich sind wir dann auch weiter hinausgeschwommen, aber wenn man ins offene
Meer will, muss man unter einer Brücke hindurchschwimmen, die voll ist, von
Krebsen und Tieren, von denen ich den Namen nicht weiß(sie sind so schwarze
Kugeln mit Stacheln, und wenn du sie berührst, ist das echt gefährlich). Beim
Hinausschwimmen aufs Meer, war das alles auch gar kein Problem. Aber auf dem
Rückweg, sah ich plötzlich ganz viele Krebse und diese schwarzen Tiere ganz
dicht neben mir an den Wänden und ich habe echt voll die Panik bekommen. Ich
konnte nicht mehr schwimmen, weil ich mich so in meine Panik hineinsteigerte
und mein Bruder konnte nicht schwimmen, weil er so lachen musste über mich. Ich
ging dann nur ganz schnell raus aus diesem Becken, weil so ganz geheuer war mir
das alles nicht. ? Anschließend setzten wir uns dann an die Bar, die im anderen
Schwimmbecken war, also, man hat dann so eine Art Barhocker im Wasser stehen,
sodass man das Wasser bis zum Bauch hat und dann in Ruhe seinen Drink schlürfen
und die Sonne genießen kann.
Anschließend fuhren wir dann zum unbebauten Teil des Strandes, der wirklich
traumhaft schön war. Dort aßen wir zu Mittag, in einer Palmenhütte direkt am
Strand. Außerdem war dort eine Anlage zum Schutz für Schildkröten. Also, sie
vergraben ihre Eier ja im Sand und dann schlüpfen die Kleinen und laufen dann
über dann über den Strand ins Meer. Allerdings ist dieser Weg für sie sehr
gefährlich, weil sie von Hunden und anderen Tieren gefressen werden, deswegen
wird ihnen in dieser Station geholfen, indem man ganz viele Leute dazu einlädt,
die Schildkröten auf ihrem Weg ins Meer zu begleiten und zu beschützen. Das muss
man sich dann so vorstellen, dass alle Leute an einer Linie stehen, dann gibt es
ein Startsignal und man lässt die Schildkröten laufen. Das ist dann so eine Art
Wettrennen, wessen Schildkröte zuerst ankommen wird. Das war echt schön, weil
so kleine Baby-Schildkröten, die einen oder zwei Tage alt sind, sind so süß,
sie sind vielleicht fingerlang. Es war wirklich cool!
Am nächsten Tag gingen wir wieder baden, relaxten und gingen einkaufen. Abends
gingen mein Gastvater, Luis, Nicole und ich in ein Restaurant, das sich „Planet
Hollywood“ nennt. Das muss man sich so vorstellen, dass es von außen der Erdball
ist, der von 2 Händen gestützt wird. Innen gibt es dann ganz viele
Filmutensilien zu sehen. Ist voll cool gemacht. Nachdem wir einen Drink an der
Bar getrunken hatten, kaufte uns mein Gastvater Kleidung von „Planet Hollywood“
als Weihnachtsgeschenk. Ich bekam eine wirklich coole Jeansjacke. Danach gingen
Luis und ich dann wieder in die Disco, von der aus man eine traumhafte Aussicht
über die gesamte Bucht hatte. Und dann am nächsten Morgen ging es auch schon
wieder zurück nach Toluca, weil es war ja der 24. Dezember. Es war wirklich
eine tolle Reise!
Heiligabend feierten wir im Haus meiner Gastmama mit einem toll geschmückten
Weihnachtsbaum und auch sonst sehr viel Weihnachtsdekoration. Zuerst gaben wir
uns alle der Reihe nach die Geschenke und danach aßen wir dann Braten mit
Kartoffeln und Rotkohl, was meine Gastmutter und ich gekocht hatten. Zum
Nachtisch gab es dann noch Apfelstrudel mit Vanilleeis. Es hätte also typischer
deutsch fast nicht sein können. ? Ich bekam von meinen Gasteltern die Jeansjacke
aus Acapulco, Schokolade, einen Gürtel für einen I-Pod nano, einen Gutschein und
Schokolade geschenkt. Von meinen Gastgeschwistern ein Kuscheltier (ein voll
süßes Äffchen) und auch Schokolade geschenkt. Deswegen habe ich jetzt eine
riesige Kiste voll mit Lindt - Schokolade! Mein Gott, wie habe ich mich darüber
gefreut! ? Am nächsten Tag gab es dann noch einmal Geschenke von Santa Claus
(wir stellten am Abend vorher einen Schuh hin), der mir ein Spiel, ähnlich wie
Tabu brachte. Ansonsten faulenzten wir und abends besuchte mich dann noch Tito.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Mexiko-City nach Santa Fe und ich löste meinen
Gutschein für einen I-Pod nano in grün ein. Am Mittwoch (27.12.) verbrachte ich
den Tag mit Nicole, wir schauten Filme und abends kam Tito zu Besuch. Am
Donnerstag fuhren meine Gastmutter, Nicole, Nathalie, Luis und ich dann los
nach Mazamitla, ein kleines Dörfchen in der Nähe von Guadalajara. Dort mietet
die Familie meiner Gastmutter jedes Jahr über Silvester einige Bungalows und es
trifft sich die ganze Familie. Das klingt jetzt vielleicht langweilig, aber man
muss dazu wissen, dass sie so 7 oder mehr Geschwister hat, die ganze Familie
sind also mehr als 50 Leute, wovon 15 alleine Jugendliche (zwischen 14 und 25
Jahren) sind. Da kommt es dann auch schon mal dazu, dass die Tante jünger als
ihr Neffe ist. ? Nach 7 Stunden Autofahrt kamen wir dann jedenfalls abends
geschafft an, wo wir natürlich gleich mit meinen Gastcousins unterwegs waren.
Wir spielten verschiedene Würfel- und Kartenspiele, was mit ihnen total viel
Spaß macht. Am nächsten Morgen, fuhr ich dann ins Dorf hinein, um es mir ein
bisschen anzuschauen. Danach gingen wir dann zu einem Wasserfall und gingen
dann den Fluss entlang, was mitunter echt sehr unterhaltsam war, weil es viele
Hindernisse, wie rutschige Steine, Zäune und andere Dinge gab. Total geschafft,
kamen wir dann pünktlich zum Mittag an. Den Tag über spielten wir dann
verschiedene Spiele, Verstecken und erzählten. Abends setzte ich mich dann mit
3 Cousins und einer Tante (14,15,15 & 16) vor den Kamin und dort blieben wir
dann auch und redeten die ganze Nacht bis um halb 7 Uhr morgens. Am
darauffolgenden Tag fuhren wir Jugendlichen dann ins Dörfchen, um reiten zu
gehen. Wir mieteten Pferde und ritten zu einem traumhaften Wasserfall. Der
Abstieg dahin war allerdings etwas schwierig, sodass eine meiner Cousinen
umknickte. Wir machten uns anfangs gar keine Gedanken, weil es ihr nicht doll
weh tat. Dann auf dem Rückweg drehte plötzlich ein Pferd einer anderen Cousine
durch und ließ sie nicht mehr stoppen. Es stieß mit 3 Autos zusammen, bis es
probierte über ein Auto zu springen, aber auf der Windschutzscheibe landete,
die Balance verlor, seine Reiterin abwarf und schließlich davon galoppierte.
Meine Cousine konnte sich erst fast gar nicht bewegen und hatte Schwierigkeiten
zu atmen, sodass der Krankenwagen kam und sie ins Krankenhaus fuhr.
Währenddessen verschlimmerte sich der Zustand meiner anderen Cousine, die
umgeknickt war und sie schein wirklich verdammt dolle Schmerzen zu haben,
sodass wir beschlossen sie auch ins Krankenhaus zu fahren. Zum Schluss stellte
sich dann heraus, dass sie ihren Knöchel gebrochen hatte und sie bekam Gips.
Meine andere Cousine, die vom Pferd gefallen war, hatte dann eigentlich gar
nichts, sondern es war nur der Schock. Am nächsten Tag gingen wir dann wieder
zum Wasserfall, spielten alle möglichen Spiele, verbrachten einen relaxten Tag.
Abends begannen wir dann damit Piñatas zu schlagen. Ich machte sogar eine
kaputt! *Juchu* danach machten wir dann so eine Art Scheußlichkeitswichteln mit
der ganzen Familie zusammen. Für alle, die nicht wissen, was das ist: In der
Mitte liegen ganz viele Geschenke, die allerdings meistens einfach nur nutzlose
Dinge oder Scherzartikel sind und alle würfeln und nehmen sich bei der
entsprechenden Zahl ein Geschenk. Wenn alle Geschenke schließlich vergeben
sind, würfeln alle noch mal und bei der entsprechenden Zahl kannst du dir ein
Geschenk deiner Wahl von jemand anderem nehmen. Der Witz dabei ist, dass alle
immer das hübscheste Geschenk wollen, was aber im Nachhinein meistens das
Nutzloseste von allen ist. Es machte auf jeden Fall Spaß. Anschließend spielten
die Jugendlichen Verstecken, aber in Paaren, weil wir sonst zu viele gewesen
wären. Dann kurz vor Mitternacht schrieben alle ihre Vorsätze für das neue Jahr
auf und taten sie alle in einen Topf. Als es dann auf 0 Uhr zuging, zählten alle
von 10 bis 0 herunter und umarmten sich. Einer der Onkel hielt dann eine Art
Gebet, in dem alle sagen konnten, was sie sich so wünschen, was ihnen einfach
so einfiel zum vergangenen oder kommenden Jahr. Anschließend wurden dann die
Vorsätze verbrannt, damit sie auch eingehalten werden. Feuerwerk gab es so gut
wie gar nicht, das wird hier eher an Geburtstagen gemacht. Naja...und dann
machten die Erwachsenen in dem einen Haus Party und die Jugendlichen im
anderen, sodass ich dann so gegen 8 Uhr schlafen ging, weil wenn man vorher
schlief, wurde man angemalt oder es wurden sich andere Gemeinheiten ausgedacht.
Und dann fuhren wir auch schon wieder zurück, ich musste mich von allen
verabschieden, was wirklich traurig war, weil ich mich super mit meinen Cousins
verstand, aber ich hoffe mal, dass ich den einen oder anderen noch mal wieder
sehen werde. Gegen 11 Uhr morgens fuhren wir los und kamen gegen 20 Uhr abends
in Toluca an, weil wir in einen fürchterlichen Stau gerieten. Nachdem wir noch
kurz essen gingen, fiel ich dann nur noch todmüde ins Bett. Was hier sehr
typisch für Silvester ist, dass es in Familie verbracht wird. Fast niemand
feiert mit seinen Freunden, auch wenn du schon jugendlich oder erwachsen bist.
Ich glaube das und das es fast kein Feuerwerk gibt, sind so die größten
Unterschiede zu uns in Deutschland. Dienstag Nachmittag traf ich mich dann mit
Dulce und Octavio und die beiden schliefen dann die nächsten beiden Nächte bei
uns. Mittwoch kamen Edna und Tito zu Besuch. Am Donnerstag(04.01.07) traf ich
mich mit Joel(dem Schweizer) und seiner neuen Freundin. Abends kam dann Tito.
Freitag fuhr ich mit meiner Gastmutter einkaufen, wir aßen zusammen Mittag und
danach gingen wir dann zu einer Party...Wir = Octavio, Dulce, Tito, Edna, Luis,
Fer (ein echt guter Freund) und ich. Allerdings war ich zum Schluss ein bisschen
na ja...nicht sauer, aber belästigt, weil irgendwelche wildfremden Männer so
extrem probierten etwas mit uns zu machen, sodass Octavio nachher richtig
wütend wurde, weil sie es bei seiner Freundin probiert hatten und ich mich dann
von meinem Bruder und Fer beschützen ließ. Aber glücklicherweise ist nichts
passiert. Am Samstag, dem 06.01. ist ja der Tag der Heiligen 3 Könige und da
gibt es hier auch noch einmal Geschenke. Mir brachten sie ein T-Shirt, auf dem
auf Spanisch steht: „ Mein Freund ist außerhalb der Stadt“. Hier in Mexiko ist
das mit dem Geschenke bekommen von Familie zu Familie extrem unterschiedlich,
einige bekommen am 24.abends, andere am 25. morgens und vor allem in den
ärmeren Kreisen bekommen sie ihre Geschenke am 6. Januar. Das ist wirklich sehr
unterschiedlich. Naja...Außerdem fuhren wir dann zur ehemaligen Kinderfrau von
Nicole und Luis, um die „Rosca“ zu teilen. Also, die „Rosca“ ist eine Art
Kuchen, der eine ovale Ringform hat und so ähnlich schmeckt, wie Stollen. Im
Inneren befinden sich kleine Jesus/Baby-Figuren und jeder muss sich ein Stück
schneiden. Wenn du auf eines dieser Figuren triffst, dann heißt das, dass du
für den 2. Februar, an dem sich dann alle wieder treffen, das Essen mitbringen
musst, aber es wird wohl nie gemacht. ? Naja...ich habe auch eine Figur
erwischt. Außerdem wird heiße Schokolade dazu getrunken, die hier allerdings
ganz anders schmeckt, als in Deutschland. Abends habe ich dann einen Film
geschaut und Tito und Edna kamen noch. Sonntag war dann wieder ein Faulenz-Tag.
Montag (08.01.) ging dann die Schule wieder los. Nachmittags kamen dann Edna und
Tito zu uns und da wir alle ziemlich müde waren, saßen wir einfach nur gemütlich
vor dem Kamin zusammen. Am Dienstag ging ich mit Octavio und Dulce in die
Bibliothek, um etwas für eine Hausarbeit heraus zu suchen. Danach waren dann
alle bei uns zuhause, um einen Vortrag für die Schule vor zu bereiten. Mein
Bruder stritt sich extrem mit Tito und Edna, weil er der Überzeugung war, dass
die beiden etwas miteinander hätten. Am Mittwoch vertrugen sich dann aber alle
wieder, weil es natürlich nicht stimmt. Wir gingen dann alle(Octavio, Dulce,
Tito, Edna, Luis und ich) zu Octavios Haus, wo wir einen ganz bekannten
mexikanischen Film schauten und einfach gemütlich zusammen saßen und erzählten.
Am Donnerstag waren wir dann alle 6 im bei uns zuhause, um Arbeiten zu
erledigen. Außerdem traf ich mich mit Tito und einer Lehrerin wegen einer
Arbeit, die er zu erledigen hat, aber bei dem ich ihm jetzt helfen werde. Edna
blieb dann allerdings nicht über Nacht da, wie alle anderen, und so stritten
sich Luis und sie mal wieder und sind jetzt getrennt. Mal schauen, wie lange
sie ohne einander auskommen ? Ich ging dann so gegen 3 Uhr schlafen, die Jungs
gegen 6 Uhr und Dulce schlief gar nicht, erledigte dafür aber fast alle ihre
Arbeiten. Dulce und ich waren dann auch um 6.30 Uhr fertig, loszugehen zur
Schule, aber die Jungs wollten nicht aufstehen, außerdem kam dann das Taxi ewig
nicht und wir fuhren einen extremen Umweg, sodass wir dann gegen 8.40 Uhr zur
Schule kamen, die normalerweise um 7 Uhr beginnt, also ließen sie uns nicht
mehr rein und wir verbrachten den Tag in Octavios Haus. Und jetzt schreibe ich
hier ja!
Na gut, für den Monat, den ich jetzt nicht mehr geschrieben hatte, sind diese 4
Seiten in Word jetzt wirklich ein Ausgleich. Und ich habe mir schon fest
vorgenommen, endlich wieder regelmäßig zu schreiben!
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13.01.2007 - Anfang Dezember
16.12.2006
Und wieder mal vergeht eine aufregende Woche...
Letzten Samstag fuhren wir dann ja nach „Santa Fe“, das größte Einkaufszentrum Lateinamerikas. Also, wir, die ganze Familie, aber ohne Luis, weil der was für die Schule zu tun hatte. Es war auch wirklich recht beeindruckend, allerdings gingen wir nicht shoppen, sondern nur zu Mittag essen, aber auch das war schon ein Abenteuer für sich, wir gingen nämlich in so eine Art Dschungelrestaurant. Das heißt, dass das ganze Restaurant eben wie ein Dschungel eingerichtet ist, sich das Licht verändert, so wie Tag und Nacht, oder Gewitter, dass Tierfiguren dastehen und ganz plötzlich anfangen, Geräusche von sich zu geben und sich zu bewegen. War voll cool.
Als wir wieder nach Hause kamen, waren gerade Octavio und Tito da, und später kam dann auch noch Edna. Wir schauten Filme, um Natalie zum Einschlafen zu bringen.
Am nächsten Tag ging es dann noch mal nach „Santa Fe“, diesmal aber die ganze Familie. Wir gingen erst Klamotten für Nicole einkaufen und dann wieder alle gemeinsam Mittag essen, in einem wunderbaren Restaurant, von dem man einen wunderbaren Ausblick hatte, über die ganze Ebene zwischen Toluca und Mexiko-City. Danach ritten Nicole und Natalie dann noch. Keine Ahnung, was wir dann noch machten...
Am Montag gingen wir(Dulce, Tito, Edna & Luis) nach der Schule zu Octavios Haus und machten alle möglichen Sachen, keine Ahnung, war auf jeden Fall lustig.
Am Dienstag kamen dann alle( außer Tito) zu unserem Haus, um irgendetwas für die Schule zu machen. Am Mittwoch und Donnerstag gingen wir dann zu Octavios Haus. Ich arbeite an einem Projekt für die Schule ( eine Präsentation über Deutschland, Albert Einstein und Adolf Hitler). Die Präsentation war dann am Freitag und gelang auch ziemlich gut (ich sprach bestimmt eine halbe Stunde), nur, dass Tito mir für „inhaftieren“ ein Wort sagte, was man besser nicht sagen sollte. Aber es war lustig! ?
Freitag nach der Schule gingen wir dann ins Kino zu James Bond, allerdings sahen wir nicht den ganzen Film, weil dann unsere Eltern kamen, um uns abzuholen.
Am Samstag um 5 Uhr morgens fuhr dann meine Mutter mit meinen Schwestern nach Aguascalientes, um ihre Familie zu besuchen. Mir ging es am Samstag Morgen allerdings so schlecht (Sonnenstich), so dass ich in Toluca blieb. Wir gingen dann in ein Restaurant (Octavio, Edna, Luis und ich), weil Luis und Octavio wieder ihren Matheunterricht hatten. Danach ging ich dann mit Edna und Dulce zum Frisör, wo ich mir meine Haare schnitt. Sie sind jetzt wieder recht kurz, aber gefallen mir wesentlich besser als vorher. Und abends war es dann soweit: Mein erster 15. Geburtstag hier in Mexiko, das ist nämlich eine riesige Feier. Edna, Dulce und ich machten uns fertig in Ednas Haus, ich trug ein Kleid, was Edna mir borgte und wirklich toll aussieht. Gegen 8 Uhr kamen dann Luis, Octavio und Tito (alle in Anzug und Schlips) um uns abzuholen und wir fuhren zur Feier. Es waren bestimmt 150 Leute da, von Lehrern, über Familie und Freunde. Am Eingang hing ein riesiges Foto von Madison ( das Mädchen, das ihren 15. Geburtstag hatte, Schwester, von einer aus meiner Klasse, die uns eingeladen hatte) in ihrem Kleid, außerdem ein riesiger Eisblock mit ihrem Namen. Dann gab es Essen ( 4 Gänge), dann wurde ein kleiner Film über Madisons Leben gezeigt und mit Kommentaren von Freunden und Familie, anschließend begann Madison dann zu tanzen. Sie tanzte Walzer, Show-Dance im Cowboystil und noch einige andere Tänze, insgesamt bestimmt eine halbe Stunde. Dann wurde ihre Torte angeschnitten und sie wurde mit ihrem Kopf hinein gedrückt, sodass sie das ganze Gesicht voller Torte hatte. Danach wurde dann noch bis ewig in die Nacht hinein getanzt. Es war wirklich traumhaft, Melody (Madisons Schwester aus meiner Klasse) wird mir hoffentlich noch das Video geben, sodass ich euch dann auch noch die ganze Feier zeigen kann.
Am nächsten Tag schlief ich dann natürlich lange und wir gingen dann frühstücken in einem Restaurant mit meinem Vater, meinem Bruder und Edna (Freundin meines Bruders), um das Fußballspiel von Toluca zu sehen. Leider verloren sie, aber sie haben immerhin den 2. Platz in diesem Pokal, wie auch immer das genau funktioniert. Anschließend gingen wir dann ins Kino zu „James Bond“. Diesmal sahen wir ihn ganz. Montag und Dienstag war frei, weil der „Tag der Jungfrau Guadalupe“ war. Deswegen kamen Octavio, Dulce, Edna und Tito zu uns, um ein Projekt für die Schule zu machen. Es ist ein Experiment von 40 Stunden. Und zwar setzen sie Algen verschiedene Sorten von Licht aus und überprüfen alle 2 Stunden die Bildung von Sauerstoff. Na ja...jedenfalls schliefen wir so gut, wie gar nicht, aber es war echt lustig! Deswegen gingen wir Mittwoch dann auch nicht zur Schule. Am Donnerstag dann allerdings schon. Danach fuhren Luis (mein Bruder) und ich ein Geburtstagsgeschenk für Nicole kaufen. Am Freitag war dann ihr Geburtstag, wir schenkten ihr eine Tasche und eine Karte mit Fotos der ganzen Familie. Außerdem gingen wir mit ihr und einigen Freunden ins Kino zu „Material Girls“ und danach fuhren mein Bruder und ich noch mal einkaufen (Nacht-Shopping) für Weihnachtsgeschenke, allerdings haben wir immer noch nicht alle.
Na gut, ich werde jetzt noch Fotos ins Internet stellen, von meiner Gastfamilie und dem 15. Geburtstag.
Mehr, vor allem über Weihnachten hier in Mexiko, dann demnächst.
Ich habe euch lieb!
Anna
PS: Nächsten Mittwoch fahre ich bis Sonntag mit meiner Familie nach Acapulco, was am Meer liegt! Juchu!! Aber mehr dazu später! ?
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5.12.2006 - November Vol. 2
2.12.2006
So, wieder eine Menge passiert und ich habe es noch immer nicht geschafft, die andere Rundmail abzuschicken. Keine Ahnung, warum...
Also, am 20.11. habe ich mir gemeinsam mit meiner Schwester 5 Filme angeschaut, war voll cool...muss man ja auch mal machen...Am Dienstag war dann wieder Schule, und danach kam Elke mit zu mir. Abends konnten wir dann auch ihre Sachen von ihrer Familie abholen und so wohnte sie dann bei mir. Am Mittwoch fuhren wir dann nach Zamarrero (ins Haus des Vaters), weil meine Gastmutter in den Urlaub fuhr, dann gingen wir noch mit meinem Bruder und Tito im Wallmart einkaufen, was verdammt lustig war, weil die beiden unheimlich viel Mist machten. Am Donnerstag war dann nachmittags eine Theateraufführung über Drogen, Sex, Abtreibungen,...war ganz interessant. Dann um 19 Uhr abends erfuhr Elke, dass sie am darauffolgenden Tag um 8 Uhr morgens am Flughafen zu sein hätte, um nach Chiapas zu fliegen. Dann fuhren wir zum Haus der Mutter, wo sie ihre Sachen packte und Luis und ich Briefe für sie schrieben. Dann aßen wir noch bei Pizzahut, weil sich Elke das schon lange gewünscht hatte und erzählten noch bis lange in die Nacht hinein. Am nächsten Morgen war es dann soweit, wir mussten zum Flughafen fahren. Man, war das traurig! Es war niemand von AFS anwesend und so mussten wir alles alleine regeln. Das Ticket war reserviert und sie checkte ein. Als sie dann durch die Sicherheitskontrolle war, fingen Luis und ich an zu weinen und sie auch. Wir kommunizierten dann noch ein wenig durch die Scheibe hindurch, bis sie dann ins Flugzeug einstieg und wir zur Schule fuhren.
Den ganzen Freitag schauten Luis und ich dann Filme, bzw. wir schliefen fast die ganze Zeit. Am Samstag fuhren wir (mein Gastvater, Nicole, Nathalie, Luis und ich) dann essen in einem argentinischen Restaurant und danach gingen wir zweimal hintereinander ins Kino. Sonntag ging es mir dann ziemlich schlecht, aber mein Bruder kümmerte sich wirklich total lieb um mich. Es kam auch noch seine Freundin, dann gingen wir schwimmen und fuhren dann noch zu Tito. Am nächsten Tag war dann der Geburtstag von Edna(Luis Freundin) und er fuhr schon um 6 Uhr morgens los zur Schule um alles vorzubereiten. Da mich niemand zur Schule fahren konnte, kam ich erst gegen 11 Uhr dort an, um Edna wenigstens auch noch persönlich gratulieren zu können. Nachmittags aßen wir dann im Haus des Vaters zu Mittag und fuhren dann zum Haus der Mutter, wo wir anfingen alles weihnachtlich zu schmücken. Am Dienstag nach der Schule gingen wir (Dulce, Tito, Luis und ich) zu Octavios Haus, wo Luis und Octavio Mathe machten und wir X-Box spielten und erzählten. Danach gingen wir dann zur „Secundaria“(zum anderen Schulgebäude, Klassen 7-9), weil dort die Weihnachtsgeschichte vorgespielt wurde, die Lichter am Baum angezündet, es ein Feuerwerk und ganz viele leckere Sachen zum Essen gab. Mittwoch kam dann Joel zu mir und schlief auch bei mir im Haus, weil wir lange an einem Projekt für die Schule arbeiteten. Donnerstag ging ich dann mit meiner Gastmutter, meinen beiden Gastschwestern und Adelita (die Hausangestellte) lecker mexikanisch essen. Abends schmückten wir dann den Baum. Freitag war frei, weil der Präsident gewechselt wurde. Also, Vicente Fox ging und dafür kam dann Philipe Calderon. Octavio, Luis, Dulce und ich gingen zum Haus der Statistik-Lehrerin, weil Luis und Octavio Mathe - Leistungkurs haben und deswegen Extra-Unterricht bekommen. Ich konnte ihnen bei einer Aufgabe sogar helfen! *freu* Danach kamen Octavio und Dulce dann noch mit zu unserm Haus, wo wir mit dem Weihnachtsbaum weitermachten und alle zusammen Mittag aßen. Abends gingen wir dann ins Kino zu Jackass 2 (ist der in Deutschland schon draußen?), der viel besser ist, als Teil 1. Naja...und heute ist Samstag und wir fahren ins größte Einkaufszentrum Lateinamerikas nach „Santa Fe“ in Mexiko-City.
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5.12.2006 - November Vol. 1
20.11.2006
So, jetzt habe ich eine Woche nicht geschrieben, weil ich irgendwie gar keine Zeit dazu hatte. Na ja...dafür kommt jetzt der Bericht für 2 Wochen. Weil passiert ist schon so einiges...Aber fangen wir mit dem ersten Montag an, an dem Elke zu meinem Haus kam und wir mit meiner Mutter und meinen Schwestern uns verschiedene Fitnessstudios anschauten, weil wir alle Sport machen wollen, also Tae-bo, Aerobic und Tänze (Salsa, Cumbia, Merenque,...). Am Dienstag war ich dann mit Elke, Joel und Max in Galerias und danach waren Tito und Edna noch bei uns im Haus, um zu lernen. Außerdem erzählte ich bestimmt noch bis Mitternacht mit meinem Bruder, weil er Probleme mit seiner Freundin hat. Na ja...was ich Mittwoch und Donnerstag gemacht habe, weiß ich irgendwie nicht mehr. Am Freitag fuhren wir von unserer Schule aus nach Mexiko-City zu einer Ausstellung der verschiedenen Universitäten und Studienrichtungen, was eigentlich auch recht interessant war. Abends sind dann meine Gasteltern, Edna, Luis, Elke und ich ins Kino gegangen zu Babel. Und anschließend noch essen in ein griechisches Restaurant. Es machte total viel Spaß und wir lachten viel. Am Samstag fuhren meine Gastmutter, meine Schwestern und eine Freundin meiner Mutter nach Mexiko-City zu einer Buchausstellung, was auch recht spannend war, vor allem, da ich sehr viele Bücher aus meiner Kindheit wiedersah, aber eben auf Spanisch. Abends fiel ich dann nur noch todmüde ins Bett und am nächsten Morgen mussten wir auch schon wieder recht früh aufstehen, weil wir zu einem Treffen von Rotary auf eine Ranch fuhren(meine Gastmutter arbeitet da irgendwie mit und mein Gastbruder geht nächstes Jahr höchstwahrscheinlich mit Rotary nach Taiwan). Na ja...jedenfalls fuhr ich dann mit meiner gesamten Gastfamilie auf diese Ranch, wo wir dann auch reiten konnten. Es war jedenfalls voll schön, das gesamte Gelände der Ranch und außerdem war es toll, weil ich 2 Deutsche traf, mit denen ich mich auch gleich super verstand und mit denen ich mich auch mal treffen will. Außerdem wurde ich zu den Aktivitäten von Rotary eingeladen, sodass ich jetzt auch immer mit zu ihren Ausflügen kann.
Am Montag besuchte mich dann mal wieder Elke. Am Dienstag fuhren wir mit der Schule zu einer Universität, die total toll war. Ganz viele Grünflächen, tolle Innenausstattung und viele interessante Studiengänge. Abends waren Dulce, Octavio und Giovanni bei uns im Haus, um Poesie zu lernen, weil sie gerade Spanischprüfungen haben. Am Mittwoch traf ich mich dann mit Elke und Max in Las Plazas Outlet, weil Elke uns etwas wichtiges zu sagen hatte, aber dazu später. Am Donnerstag kam Elke dann wieder zu meinem Haus und abends hatten wir dann ein AFS - Treffen, aber auch dazu später...Freitag hatten wir dann so eine Sache von AFS. Wir fuhren zu 2 Schulen, um Werbung für AFS zu machen. Wir mussten Präsentationen über unser Land halten, aber im Allgemeinen war das Gute daran nur, dass wir mit den anderen Austauschschülern reden konnten.
Abends fuhr ich dann erst mit meinem Bruder zu Tito, weil die Beiden eigentlich lernen wollten, dann aber die ganze Zeit nur irgendwelche anderen Sachen machten. Ich traf mich dann mit Fynn (der Deutsche von AFS in Toluca) zum Essen und danach gingen wir noch in eine Bar. Anschließend trafen wir uns mit fast allen Austauschschülern in einer Disco, was dann auch echt Spaß machte. Als ich dann gegen halb 2 nach Hause kam, war mein Bruder mal wieder deprimiert und wollte mit seiner Freundin Schluss machen. Deswegen redeten wir bestimmt noch bis um 3 Uhr oder so. Am nächsten Tag fuhren wir dann zum Haus des Vaters, wo wir den ganzen Tag eigentlich nur Filme schauten und faulenzten. Am Sonntag kamen dann Elke, Tito und Edna zu Besuch. Wir aßen Sushi, erzählten und schauten einen Film. Außerdem probierten Elke und ich uns süßes Popcorn zu machen, weil das gibt es hier nämlich nicht. Geschmeckt hat es dann auch ganz gut, auch wenn es ein bisschen eklig aussah, weil wir Nutella mit Milch darüber gegossen hatten, weil nur mit Zucker der Geschmack nach salziger Butter nicht zu übertönen war. Aber schlussendlich war es dann doch noch ganz lecker. Dann musste Elke nach Hause und wir anderen spielten mit meinen Gastschwestern im Haus „Verstecken“, was auch wirklich Spaß machte. Außerdem schaute ich noch einen Film, schlief aber nach 20 Minuten ein, genauso, wie es mir auch am Abend zuvor mit dem gleichen Film gegangen war, aber egal...J
Aber wie schon gesagt zu dem, was Elke uns gesagt hat. Also, sie hat ein paar Probleme mit ihrer Familie. Aber von Anfang: eine Frau von AFS ist zu ihr gekommen und meinte, ihre Familie(ihre Mutter ist die Koordinatorin von Toluca) hätte so viele Probleme mit ihr. Als erstes würde sie so viele Leute in ihr Haus einladen und so. Das eine Wochenende fahren ja auch wirklich viele Leute bei ihr, aber das lag nicht daran, dass sie uns eingeladen hatte, sondern daran, dass ich keine Familie hatte, eine andere auch nicht und bei dem dritten Mädchen waren die Eltern verreist und konnten sie nicht mitnehmen. Na gut, das war das Erste. Der 2. Vorwurf war, das Elke das Brot ihres Vaters gegessen hatte. Was ja auch stimmte, aber wenn ihr vorher nicht gesagt wird, dass sie das nicht essen darf, dann nimmt man doch an, dass das kein Problem ist und das Essen für alle da ist, oder nicht? Es kamen dann noch mehr Sachen, wie das Elke nicht an der Kultur interessiert wäre und so. Sie war jedenfalls total traurig und es ging ihr wirklich schlecht. Deswegen redete sie dann auch mit ihrer Familie und ihre Mutter sagte, das hätte sie alles nie gesagt, aber die Frau wusste so viele Details und die kann sie ja schlecht erraten haben. Seitdem ist das Verhältnis zu Elke und ihrer Familie extrem angespannt gewesen(besonders zu ihrer Mutter), außer mit Lili(ihrer 20-jährigen Schwester) verstand sie sich eigentlich mit keinem mehr so wirklich. Ein weiteres Ding war dann, dass endlich ein langersehntes Paket aus Belgien für Elke ankam, aber die Post nur bis ca. 14 Uhr aufhat, es also Elke nicht abholen kann, weil sie ja Schule hat. Sie fragte dann, ob es jemand aus ihrer Familie abholen könne, aber niemand erklärte sich bereit dazu und so blieb sie zuhause, um es selbst zu holen. Es wäre ja auch überhaupt kein Problem gewesen, wenn ihre Mutter nicht den ganzen Tag zuhause gewesen wäre, ohne etwas zu machen, es also sehr gut hätte machen können. Na ja...außerdem macht ihr Familie kaum etwas mit ihr, nur Lili, aber sie muss jetzt immer bis 18 Uhr arbeiten und danach noch Hausaufgaben. Also, fühlt Elke sich recht einsam und möchte jetzt die Familie wechseln, was ja auch kein Problem wäre( Max z.B. wechselt auch, weil seine Familie nie etwas mit ihm macht und er nie ausgehen kann). Sie hat auch schon eine neue Familie in Toluca gefunden, mit denen sie sich auf Anhieb total klasse verstanden hat. Sie sprach dann mit ihrer Mutter und die meinte, sie müsse die Stadt wechseln, weil sie die Koordinatorin von Toluca ist. Und das wäre natürlich voll blöd. Aber Elke hat auch eine Familie in Chiapas (ganz im Süden Mexikos), weil sie dort eine Freundin hat, die letztes Jahr in Belgien war, wo sie hingehen könnte, aber sie würde natürlich lieber hier bleiben und jetzt wird AFS – Mexiko morgen entscheiden, ob sie hier bleiben wird oder nach Chiapas wechselt. Mal sehen, wir hoffen jedenfalls, dass sie hier bleiben kann. Aber das werde ich euch dann in der nächsten E-Mail schreiben. Es ist nur ein bisschen eigenartig, dass sie plötzlich aus der Stadt heraus soll, obwohl ihre Gastmutter sie vorher gefragt hatte, ob sie zu einer Familie in Toluca wechseln wolle, aber zu diesem Zeitpunkt fühlte sie sich noch wohl in ihrer Familie und verneinte das Angebot deshalb. Und jetzt muss sie in eine andere Stadt?? Irgendwie hat sich ihre Gastmutter in ihrem Verhalten ganz schön verändert. Ich habe mich auch erst total gut mit ihr verstanden und jetzt erzählt sie Elke, dass ich lügen würde und so. Außerdem hat sie am Freitag zu einigen von uns gesagt, dass Europäer kein Herz hätten, aber Mexikaner schon und deswegen gäbe es so viele Probleme. Naja...wir sind fast alles Europäer in Toluca. Aber gut. Die ganze Situation ist momentan ein wenig belastend, aber ansonsten geht es mir immer noch sehr gut hier. Das ich die eine Woche nicht geschrieben habe, ist ja auch ein Zeichen dafür. J
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7.11.2006 - Meine neue Gastfamilie
6.10.2006
So, schon wieder verdammt viel passiert. Zuerst einmal das Wichtigste: Ich habe eine neue Familie!!! Und es ist total cool hier. Also, ich wohne bei der Eigentümerin der Schule. Sie hat einen Sohn (Luis, 17 Jahre), der in meiner Klasse ist, und 2 Töchter. Einmal Nicole, die 10 Jahre alt ist und dann Nathalie (2 Jahre), die voll süß ist. Sie wohnen in Metepec (Teil Tolucas, in dem es aber alles gibtà alle Discos und so sind hier, außerdem wohnt Elke etwa 25 Minuten Fußweg von hier entfernt (so 10 min. mit Auto). Wir wohnen in so einer privaten Kolonie mit 6 Häusern, die durch ein Tor abgeschlossen sind, sodass man nur hinein kann, wenn man vorher im Haus anruft. Das Haus ist schön. Es gibt 4 Bäder(2 Badewannen, 1 Dusche), ein großes Wohn- und Esszimmer, eine riesige Küche mit einer Art Terrasse, ein kleineres Wohnzimmer mit einer Couch, dann ein Zimmer für Luis, eins für Nathalie und eins für Nicole, was jetzt aber meins ist (sie schläft einige Tage bei mir, einige bei ihrer Mutter) und dann natürlich das Schlafzimmer, was riesig ist, mit einem ohne Übertreibungen 3x1,5 m großen Fernseher und Sportgeräten. Außerdem gibt es eine Hausangestellte, die dauerhaft mit im Haus lebt. Des weiteren ein Kakadu und ein Papagei. Einen Vater gibt es auch, aber er lebt nicht hier(sie haben sich vor 10 Monaten getrennt), ist aber so gut wie jeden Tag mit im Haus (die Familie macht noch extrem viel zusammenà vielleicht kommen sie ja auch wieder zusammen J )Jedenfalls hat er 4 Jahre in Westberlin gelebt und er wohnt in dem alten Haus der Familie(die Mutter ist ausgezogen). Dieses alte Haus habe ich auch schon besichtigt. Aber dazu später. Luis und Nicole haben ein Jahr bei ihrer Oma in den USA gelebt, sprechen also ziemlich gut Englisch. Ja, was gibt es sonst noch über die Familie zu sagen. Wir fahren jeden Morgen zusammen zur Schule und wieder zurück. Luis ist in seinem Leben vielleicht viermal mit dem Bus gefahren. Ja, es ist schon ein ganz schöner Luxus...
So, aber über meine Woche: Am Montag war ein ganz normaler Schultag, allerdings ließ mich Miss Alejandra (meine neue Gastmutter) in ihr Büro rufen und erzählte mir ein bisschen was über die Familie und fragte mich, was ich denn so mag und wie ich mir das Zusammenleben so vorstellen würde. Nachdem wir uns darüber unterhalten hatten, hieß sie mich herzlich in ihrer Familie willkommen. Abends fuhr mich Elkes Mutter dann zu meiner neuen Familie und ja, jetzt bin ich ja hier. Und ich bin glücklich. Aber gut, am Dienstag war dann keine Schule, sondern jede Klasse musste eine „Ofrenda“ (=Opfergabe) machen, also so einer Art Altar für einen Toten. Das machte verdammt viel Spaß und unsere Klasse gewann auch. Der Preis ist, dass jeder Schüler sich ein Fach aussuchen darf, indem er dann bei der nächsten Prüfung einen Punkt mehr hat. Doll, oder? Aber gut...Nachmittags ging ich dann mit Luis ins Kino und danach fuhren wir zum Haus seines Papas, weil Luis neue Kleidung brauchte. Er lebt immer abwechselnd eine Woche bei seinem Vater und seiner Mutter. Jedenfalls war das dann auch so eine private Kolonie. In der Mitte war ein riesiger See mit Park und rundherum standen die Häuser. Aber was für Häuser...Ich weiß gar nicht, wie ich das Haus beschreiben soll. Es ist einfach nur enorm, ich war wirklich sprachlos, das einzige, was ich sagen konnte, war „Grande“ (=groß). Also, man kommt herein in eine riesige Halle, fast doppelt so groß wie ein normales Klassenzimmer und ca. 10 Meter hoch. Dann gibt es noch eine zweite Halle und eine riesige Küche. Dann viele Zimmer. Eine kurze Beschreibung von Luis Raum. Also, etwa so 25 m² groß, ein Doppelbett, ein enormer Fernseher, außerdem ein ca. 10 m² großes Ankleidezimmer und ein Bad mit modernster Dusche. Außerdem im ganzen Haus viele alte, wunderschöne Möbel und ein riesiger Garten und ca. 10 Meter Fußweg zum See. So ein Haus habe ich bis jetzt nur in Filmen gesehen und nicht mal da sind sie so enorm. Es ist einfach riesig...Ich werde demnächst mal ein paar Fotos davon machen. Jedenfalls sind wir dann wieder nach Hause gefahren, um Süßigkeiten für Halloween einzusammeln. Die ganze Familie und meine Schwägerin (Edna, eine Freundin aus meiner Klasse) wir zogen von Haus zu Haus. Das machte auch echt Spaß, aber abends war ich dann auch wirklich sehr erschöpft und nach einem Plausch mit Nicole schlief ich dann auch gut und vor allem lange, weil am nächsten Tag war ja frei. Um 14 Uhr ging es dann los auf die Reise nach Janitzio mit dem 3. Semester (11. Klasse) unserer Schule. Aus meiner Klasse waren noch Elke, Luis, Edna, Tito und Fabiola mit. Außerdem Joel, aber der ist ja sowieso im 3. Semester. Gegen 20 Uhr kamen wir in Michoacan an, wo wir dann in Booten über den See fuhren und schließlich Janitzio, was auf einer Insel gelegen ist, erreichten. Es war schon dunkel draußen und von daher bot sich uns eine tolle Sicht über die hellerleuchtete Stadt. Dann aßen wir Abendbrot und wir kauften uns Wollmützen und ich mir eine Umhängetasche, weil gestrickte Wollmützen sind nämlich typisch für Janitzio. Anschließend gingen wir in ein Theater, in dem traditionelle Tänze aufgeführt wurden. War auch recht interessant und lustig, das Ganze ging dann so ungefähr bis halb eins. Und dann war es soweit, wir gingen auf den Friedhof. Na ja...es war nicht wirklich gruselig, weil es nur so von Leuten wimmelte. Also, man muss sich das so vorstellen, dass es dort eben Gräber gab, die geschmückt waren, mit Dingen, die die Toten besonders mochten. Die Menschen glauben, dass in dieser Nacht vom 1. zum 2. November die Toten zurückkommen und deswegen gibt man ihnen eben Essen und so. Das war schon echt beeindruckend zu sehen, wie viel Mühe sich die Menschen gegeben haben und wie sie die ganze Nacht beinahe reglos an den Gräbern verharrten. Na ja...gegen 6 Uhr morgens fuhren wir dann wieder mit dem Schiff zurück und kamen dann gegen 10 Uhr wieder in Toluca an. Luis hatte keinen aus der Familie erreicht und so warteten wir und waren erst gegen 12 Uhr zuhause. Eigentlich wollte ich dann ja schlafen gehen, aber wir fuhren zum Haus des Vaters. Nicole und ich gingen dann schwimmen, weil hier zu der privaten Wohnanlage gehört auch eine Sportanlage mit Tennisplatz, Schwimmhalle und diversen Sportangeboten. Nach ca. 3 Stunden im Wasser gingen wir zurück und wir grillten mit der ganzen Familie. Danach schauten wir alle zusammen einen Film und ich ging gegen 20 Uhr ins Bett und schlief durch bis 9 Uhr am nächsten Morgen. Dann fuhren wir zurück zum Haus der Mama, gingen einkaufen, aßen Mittag und Nicole, meine Gastmama und ich spielten Karten. Abends guckte ich zusammen mit Luis Horrorfilme und begann mit meinem Deutschunterricht für Nicole. Dann kam Samstag und wieder schliefen wir lange, dann fuhren wir wieder zum Haus des Vaters, um schwimmen zu gehen(Luis, Nicole, Natalie, Luis- der Papa, Edna und ich). Erneut grillten wir alle zusammen, dann machten Luis, Nicole und ich noch einen Spaziergang um den See und durch die ganze Siedlung und besuchten meine Cousins und meine Gastoma, die für einige Jahre in Deutschland gelebt hatte, weil sie einen deutschen Ehemann hatte. Abends gingen Luis, Nicole und ich dann mit Tito und Edna ins Kino. Nachdem wir das Kino verlassen hatte, rief Luis Papa an, weil er sich Sorgen machte, weil meine Gastmama das Telefon nicht abnahm, was sie sonst wohl immer tut. Wir fuhren dann alle zu ihrem Haus und klingelten, aber niemand machte auf. Luis hat keinen Schlüssel und so kletterten er und Tito über eine benachbarte Schule über die Mauer und schließlich ins Haus, wo seine Mutter seelenruhig schlief. J Nachdem dann auch noch Tito gerettet wurde, der nicht mehr vom Dach herunterkam, fuhren wir zum Haus des Papas und schliefen dort bis um 11 Uhr morgens. Nach erneutem Badengehen und langen Telefongesprächen nach Deutschland aßen wir alle zusammen Mittag und fuhren anschließend ins Haus der Mama. Übrigens haben sich die Konflikte in Oaxaca haben sich immer noch nicht gelegt und Joel bleibt auf jeden Fall noch einen weiteren Monat hier und da die Zeit in Toluca dann schon doppelt so lange ist, wie die, die er in Oaxaca verbracht hat, wird er wahrscheinlich das ganze Jahr hier bleiben, aber man wird sehen...Ach so, jetzt ist hier übrigens wieder der schönste Sonnenschein, man kann im Tshirt draußen sein. Ja, es ist wirklich voll verrückt hier das Wetter. Und habe ich schon erzählt, dass ich Weihnachten wahrscheinlich (hoffentlich) in Acapulco am Strand verbringen werde? Ja, wahrscheinlich fahren wir mit der ganzen Familie dahin, ähm, ich meinte natürlich fliegen, weil 5 Stunden Autofahrt ist natürlich zu lang. Das ist jedenfalls das, was der Vater geplant hat. J
Na gut, das soll es dann auch erst mal gewesen sein. Wie ihr seht, bin ich in meiner neuen Familie sehr glücklich und ich fühle mich auch schon wirklich wie zuhause, weil die Familie sehr viel zusammen macht und sehr herzlich ist. Na ja, das einzige, was mich gerade ein bisschen beunruhigt ist, dass wir morgen unsere Dossier(alle kopierten Blätter) für Englisch haben müssen und ich habe natürlich mal wieder gar nichts und na ja...jetzt so mit der Direktorin als Mama ist das natürlich ein bisschen schwieriger, aber meine Schwägerin (Edna) hat mir versprochen, dass ich ihre Dossier kopieren kann, also werde ich diesmal hoffentlich bestehen.
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7.11.2006 - Ich bin ausgezogen
30.20.2006
So, jetzt bin ich schon ueber 2 Monate hier und (wie fast immer) es ist wieder viel passiert. Also, zuerst einmal, ich bin ausgezogen von meiner Gastfamilie, weil die Probleme einfach unloesbar wurden und ein neues auftrat. Das heist, zurzeit wohne ich bei Elke. Aber es gibt schon eine neue Familie in Aussicht, aber dazu dann mehr naechste Woche, wenn es sicher ist, dass ich dort einziehen kann. So viel dazu, aber ansonsten geht es mir wirklich gut. Wichtig, dass ihr das wisst!
Am Dienstag nach der Schule ging ich dann jedenfalls mit zu Elke und wir fuhren ins Zentrum von Toluca, wo momentan eine Art Schokoladenausstellung vom “Día de los Muertos” ist. Das heist, man kann dort ganz viele Suessigkeiten in Form von Skeletten und Totenkoepfen kaufen. Ist ganz cool, ein bisschen makaber, aber das gehoert hier eben zur Kultur. Eine dann nicht so schoene Sache war, dass wir von einem 45-jaehrigen Mann angesprochen wurden und seine 4. Frage nach „Wie spaet ist es?“, „Woher kommt ihr?“ und „Wie heisst ihr?“ war dann „Wollt ihr Sex mit mir?“. So etwas perverses. Wir sind dann nur ganz schnell weggegangen und haben ihn beschimpft. Ja, das ist manchmal schon etwas krank, wie die Maenner hier so denken.
Am Mittwoch habe ich meine Sachen von meiner Gastfamilie abgeholt und dann sind Elke und ich zu einer Halloween-Party unserer Schule gegangen, verkleidet als Hexen(ich war die schwarze und Elke die weisse Hexe). War ganz cool, aber die Musik war ein bisschen anstrengend. Immer nur auf Spanisch und immer nur der gleiche Rhytmus, zu dem man immer nur mit den Hueften schwingen kann, was uns natuerlich nicht allzu sehr liegt. Aber gut.
Am Donnerstag machten Elke und ich dann einen Ruhetag mit ganz viel Schlafen, im Bett liegen und filme gucken. Sehr entspannend und ab und zu halt absolut notwendig...
Am Freitag kamen dann noch 2 andere Maedchen aus Belgien. Wir gingen Waffeln essen(mit Bananen und Schokososse..hmmm...J) und dann in eine voll gemuetliche Bar mit schoener Live-Musik. Kurz bevor wir gehen wollten, kam ein Kellner(ein Freund von Lili, Elkes Schwester) zu uns und meinte, dass mir gleich jemand einen Drink spendieren will, naja...dann kam ein anderer Kellner, der auch auf unserer Schule ist und mit dem ich mich schon mal unterhalten hatte und gab mir einen Drink und einen Zettel, auf dem stand: „Du bist sehr huebsch“ und eine Telefonnummer. Wir fragten dann den Freund von Lili, wer denn Pepe sei, und es stellte sich heraus, dass es der Junge von meiner Schule ist. Naja...aber auf die Art und Weise habe ich es auch noch nicht erlebt, angeflirtet zu werden. Aber gut, einmal ist schliesslich immer das erste Mal. J Ich bedankte mich und dann fuhren wir nach Hause.
Am naechsten Morgen wurde Emma, einer der Belgierinnen, dann von ihrer neuen Familie abgeholt, ja, sie musste auch wechseln, weil die Familie in einer Sekte war. Und wir(elke, Tineà Belgien und ich) fuhren mit Elke Familie nach Marinalco(ja, 6 Leute in einem Auto und das fuer 1,5 Stunden) ist shcon ganz schoen hart...Dort dann angekommen, besichtigten wir Pyramiden, die auf einem Berg lagen, sodass man von dort aus eine tolle Aussicht ueber das ganze Tal hatte. Wunderschoen! Dann assen wir zu Mittag in einem italienischen Restaurant(leckere Lasagne und Spaghetti...). Ausserdem traf ich 2 Deutsche, die shcon seit 10 Jahren hier in Mexiko leben, mit denen ich mich kurz unterhielt. Dann assen wir noch leckeres Eis und fuhren wieder nach Hause. Abends trafen wir uns dann noch mit Max(Belgien), wir gingen einen Kaffee trinken in Starbucks, anschliessend in eine kleine gemuetliche Bar und dann noch kurz in eine Disco um ein bisschen abzutanzen. Danach bekamen wir alle Hunger und gingen noch Taccos essen. Durch die Zeitumstellung konnten wir eine Stunde laenger schlafen und das taten wir dann auch. Nach einem ausgibiegem Fruehstueck mit leckerem Mischbrot(ja, das gibt es hier in speziellen Laeden)fuhren wir nach Ocoyacac, wo Max lebt und schauten uns das Dorf an, was wirklcih schoen ist, weil es so schoen typisch mexikanisch ist.
Ja, und dann gingen wir wieder frueh schlafen...
Und heute ist es total kalt, ich glaube, jetzt beginnt auch hier der Hrbst, bzw. Es fuehlt sich schon an, wie Winter...Na gut, das soll fuer heute erstmal alles sein.
Ich habe euch lieb. Naechste Woche mehr ueber meine Familiensuche und auch ueber den „Día de los Muertos“ (=Tag der Toten) naechsten Mittwoch/Donnerstag/Freitag...das wird bestimmt voll spannend, was fuer andere makabere Traditionen es hier noch so gibt...ich glaube, wir werden eine Nacht auf dem Friedhof verbringen...
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7.11.2006 - Klassenfahrt nach Veracruz
23.10.2006
Also, da bin ich wieder. Extrem müde, aber glücklich. Aber fangen wir beim Beginn der Woche an. Montag kehrten alle meine Klassenkameraden zurück in unsere Klasse, nachdem sie ja vorher rausgeschmissen wurden. Also, nur eine leere Drohung, aber vielleicht(hoffentlich) haben sie trotzdem etwas daraus gelernt. Ich fuhr dann sofort nach Hause, weil ich einen riesigen Berg Wäsche vor mir hatte. Aber gut. Das schaffte ich auch. Am Abend traf ich mich dann mit Adrianes Gastbruder und einem Freund bei mir im Ort, was recht unterhaltsam war. Aber dann in der Nacht ging es los. Ich hatte extreme Bauchkrämpfe und musste mich die ganze Nacht übergeben. Am Morgen kam dann auch noch Durchfall und Fieber hinzu, sodass ich zu schwach war, um mich überhaupt aus meinem Bett zu bewegen. Natürlich blieb ich zu Hause. Den ganzen Tag über war es voll schlimm und meiner Gastmutter telefonierte mit einem Arzt und ich nahm Tabletten und am Mittwoch war es dann auch schon wieder vorbei, aber ich blieb dennoch zuhause um mich zu erholen. Am Donnerstag ging es dann wieder zur Schule, weil es ging ja auf Klassenfahrt nach Veracruz ans Meer. Nach der Schule ging ich mit zu Elke. Dann fuhren wir gemeinsam nach Metepec ins Zentrum zum Folklorefestival „La Quimera“, was super war. Es gab einige Tanz-und Musikgruppen und außerdem ganz, ganz viele Stände, an denen man die tollsten Dinge kaufen konnte. Vor allem ganz viele Hippies, die Schmuck verkauften, Dreads und Rastas machten oder Hennatattoos machten- also total klasse für mich und Elke. Eigentlich...weil wir mussten soviel kaufen, weil alles so schön war. Also, Elke: 3 Paar Ohrringe, eine Kette und ich nur 2 Paar Ohrringe und eine Kette, aber wir ließen uns noch ein Hennatattoo malen, wir hatten also einen sehr erfolgreichen Tag. J Nachts um 12 Uhr fuhren wir dann los nach Veracruz. Die Nacht im Bus war wirklich grausam. Erst einmal machten wir noch recht lange Party, dann war ich gerade sehr bequem Joel als Kopfkissen benutzend eingeschlafen, als einer von den 6 Betreuern(6 Betreuer für 25 Schüler) meinte, wir dürften nicht Junge und Mädchen sitzen. So was peinliches, aber gut, hat mich nicht sonderlich gestört, außer, dass ich dann auf dem Boden schlief, weil es sonst einfach zu eng mit mir und Elke gewesen wäre... Um 9 Uhr waren wir dann da. Wir besichtigten tolle Pyramiden, die wirklich verdammt beeindruckend waren. Danach war dann eine Vorführung der sogenannten „Voladores“ (=Flieger). Und das ist voll krass. Also, man muss sich das so vorstellen: das sind 5 Männer, die zuerst einen Tanz ausführen mit Musik und so, im Kreis um einen 15-40 Meter hohen Mast ausführen, dann auf den Mast klettern und dort weiter tanzen. Anschließend lassen sich 4 von ihnen kopfüber am Bauch mit einem Seil festgebunden in Kreisen herab. Dabei vollführt jeder der 4, 13 Drehungen, was insgesamt 52 sind – die 52 Wochen des Jahres. Es ist auf jeden Fall verdammt gefährlich, aber extrem beeindruckend, definitiv eines der coolsten Ereignisse hier in Mexiko. Dann ging es weiter in ein kleines idyllisches Städtchen, wo wir Eis aßen (es waren nämlich so ca. 30 ° C) und uns das Spektakel der Voladores noch mal anschauten. Anschließend ging es weiter ins Zentrum Veracruz, wo wir uns dann die Innenstadt anschauten, Abendbrot aßen und in den kleinen Lädchen bummelten. Leider durften wir nicht mehr im Meer baden, weil es schon recht spät war. Edna(Freundin aus unserer Klasse, die 1 Jahr in Frankreich war), Elke und ich waren in einem Zimmer und machten dann einen Schwur, dass wir 3 uns nur noch in Spanisch unterhalten werden. Naja...wir haben uns auch zum größten Teil daran gehalten. Wirklich!!! Aber wir dürfen jetzt trotzdem für eine Woche keine Schokolade und Canelitas (Zimtkekse) essen und keine Cola trinken, weil wir uns halt nicht ganz daran gehalten haben. Obwohl Edna die Erste war, die wieder Englisch geredet hat. J Am nächsten Morgen standen wir dann um 6 Uhr auf (4 Stunden Schlaf ist nicht wirklich ausreichend), um baden zu gehen. Es war dann auch voll cool im Atlantik, nur dass wir im Nachhinein sahen, dass es verdammt dreckig war. Aber : Wir waren im Atlantik baden!!! Und das ist wichtig! Dann gab es ein leckeres Frühstück und auf ging es ins Aquarium, was auch recht interessant war. Voll lustige Fische gab es da zu sehen. Anschließend gingen wir noch ins Wachsfigurenmuseum. Wen ich da alles umarmt habe...voll cool! Ich meine, habt ihr schon mal Brad Pitt oder Tom Cruise geküsst? J
Dann erzählte mir jemand, dass man mit Haien schwimmen kann und weil es nur 20 € kostete, machte ich es. Als ich dann vor einem Schwimmbecken stand, in dem es nur so vor Haien wimmelte, realisierte ich erst, was ich machen würde. Wir waren 9 Leute aus unserer Klasse und man bekam einen Taucheranzug angezogen, dann wurde man in einer Plastikbox in das Haibecken gelassen. Die anderen aus unserer Klasse konnte sich das durch die Scheiben des Aquariums anschauen. Die Haie waren wirklich nur wenige Zentimeter von der Box entfernt und rammten sie ab und zu sogar. Dann konnte man sie noch füttern, indem man ihnen mit einem Stock aus der Box heraus blutigen Fisch gab. Aber die zerrten schon ganz schön an dem Bissen und es war gar nicht so leicht den Stock nicht loszulassen. Es war einfach so verdammt cool. Mein absolutes Highlight der 2 Monate hier!! So was tolles habe ich echt noch nie erlebt, solchen gefährlichen Tieren so nah zu sein...es war wirklich so, wie in den ganzen Unterwasserfilmen, die man sich angucken kann. Einfach toll! So unter Wasser herum zu schnorcheln und Haien direkt ins Auge zu schauen. Klasse!! Ich würde es sofort wieder machen und ich glaube, das wird man auch so schnell nicht vergessen. Anschließend saßen wir noch bei 40 ° C in einem Café direkt am Meer und aßen Eis. Dann ging es weiter. Wir machten Halt in einem idyllischen Fischerdörfchen um Mittag zu essen und man verging fast vor Hitze. Es waren bestimmt knappe 45 ° C. Es war viel zu warm um wirklich essen zu können und so teilten Elke und ich uns nur einen sehr leckeren Krabbensalat. Dann kamen wir abends im Hotel an und gingen alle im Hotelpool baden, wo wir dann Reiterkampf gemacht haben. Joel und ich haben ganz oft gewonnen. (von 4 Kaempfen: 3 gewonnen und 1 man unentschieden!!!) J Dann gingen wir noch in eine Bar Abendbrot essen. Das war cool, weil da eine Musikgruppe voll coole Musik spielte. Todmuede fielen wir dann nur noch ins Bett. Am naechsten Morgen um 7 Uhr gab es dann Fruehstueck. Und dann machten wir eine Bootstour auf einer Lagune, gingen in den Dschungel, wo wir viele Spinnen, Krokodile und so sahen. In echt! Ausserdem voll suesse Affen, ganz dicht bei uns dran. Wie der richtige Dschungel halt. Das ist das Mexiko, das man sich so vorstellt. Danach sind wir dann noch zu einem Wahrsager gegangen, der mir die Karten gelegt hat und mir eine sehr rosige Zukunft vorausgesagt hat. J Ob man nun glaubt oder nicht, cool wars schon! Dann fuhren wir nochmal in die Innenstadt von Veracruz, wo wir uns an den Srand setzten, eine Kokosnuss assen und die 40° C genossen. Den Rest des Tages verbrachten wir dann im Bus und kamen schliesslich gegen halb 2 Uhr nachts wieder in Toluca ankamen. Aber es ist cool gewesen!
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7.11.2006 - 15.10.2006
Da bin ich wieder, immer noch oder schon wieder müde, wie auch immer. Also, Montag war dann abends das AFS-Treffen vom Komitee Toluca. War nichts besonderes, wir haben nur Abendbrot gegessen und diejenigen, die Probleme haben, haben dann halt mit den Ehrenamtlichen geredet. Am Dienstag fuhr ich gemeinsam mit Elke ein wenig in die Stadt. Am Mittwoch hatten Elke und ich unsere 1. Bauchtanzstunde. Ja, ihr habt richtig gehört: wir machen Bauchtanz. Es macht auch ziemlich viel Spaß, aber ist wirklich verdammt schwer. Nicht nur, dass man seine Hüften so schön bewegen muss. Das alleine, geht ja gerade noch so, aber dann kommen die Arme hinzu und die muss man in einem ganz anderen Tempo bewegen als den Rest des Körpers. Also braucht man auch noch Kondition. Schwierig, schwierig, aber mit ein bisschen Übung wird das schon...J Na ja...Mittwoch nach der Schule dann sofort nach Hause, meine Kleidung gewaschen und ein bisschen an unserem Projekt weitergearbeitet. Am Donnerstag nach der Schule sind Elke, Joel (der Schweizer) und ich dann zu Galerias (großes Einkaufszentrum ähnlich dem Schlossparkcenter) gefahren, wo wir uns dann mit Max (Belgien) getroffen haben. Erst haben wir etwas gegessen, dann kamen noch Dulce und Octavio (gute Freunde aus unserer Klasse) hinzu. Wir gingen erst in einen Spielsalon, weil wir noch Zeit hatten, bis der Film begann. Das war echt verdammt lustig, auch wenn ich fast immer verlor, aber gut. J Für nicht mal 2 € pro Person, ist das glaub ich auch okay. Dann gingen wir in den Film „Der Illusionist“, welcher wirklich verdammt gut war. Anschließend gingen wir noch in den Wallmart, was auch recht lustig war, weil wir ziemlich viel Scheiße bauten und die Jungs die ganze Zeit versuchten, sich zu übertrumpfen, weil sie versuchten das billigste Duschbad und die billigste Zahnpasta und Zahnbürste zu finden. Dann schlief ich zur Abwechslung mal wieder bei Elke im Haus. Freitag war dann total das Chaos in der Schule, weil 15 Leute aus unserer Klasse geschmissen wurden, weil sie eine Arbeit (Diario CAS – eine Dokumentation über ihre Freizeit-Aktivitäten) nicht vollständig hatten. Das heißt, wir sind jetzt noch ungefähr 8 Leute in der Klasse. Aber ich denke am Montag werden sie das sowieso wieder rückgängig machen, weil unsere Klasse mehr Geld bezahlen muss und das wäre dann ja ein Verlust für sie, also wären sie schön doof, wenn sie es wirklich machen würden, aber mal sehen. Aber so habe ich keinen Bock in der Klasse zu bleiben, weil alle meine Freunde draußen sind. Und sonst wechsele ich halt auch die Klasse in den Raum, wo schon über 40 Leute sitzen, aber gut...mal schauen.
Freitag fuhr ich dann erst mal nach Hause, wo mal wieder keiner war und Elke fragte mich, ob ich nicht bei ihr schlafen wolle. Also, fuhr ich los, kaufte unterwegs noch bei Chedraui ein, weil wir am nächsten Tag kochen mussten, aber dazu gleich. Abends kam dann ein Anruf, Adriane hatte erfahren, dass ihre Familie sie nur noch eine Woche in ihrem Haus haben will und war dementsprechend total fertig. Es kann sogar sein, dass sie die Stadt wechseln oder Mexiko ganz verlassen muss...Darüber entscheidet jetzt AFS - Deutschland. Wäre ganz schön doof für sie. Aber mal schauen, vielleicht hilft ja auch schon ein einfacher Familienwechsel. Jedenfalls gingen wir (Elke, Adriane und ich) dann abends noch mit Dulce, Octavio und anderen Jungs aus unserer Schule in eine Bar und da trank ich etwas, was sich Dragon (=Drache) nennt. Also, man nimmt es in den Mund, behält es da eine Weile(macht Blasen damit), dann öffnet man den Mund, legt den Kopf in den Nacken und ein Kellner hält dir ein Feuerzeug in den Mund und du kannst voll cool Feuer spucken. Erst hatte ich echt Angst, aber dann war es wirklich voll lustig. Es macht voll viel Spaß. Es war dann auch ein echt geselliger Abend. Adriane und ich schliefen dann ja beide bei Elke. Am nächsten Morgen warf uns Elkes Mutter vor, wir wären erst gegen 4 Uhr zuhause gewesen, aber es war ihre große Schwester gewesen. Es dauerte allerdings eine Weile, bis sie uns das glaubte, aber dann war wieder alles okay. Jedenfalls kochten wir dann(Elke: Kartoffelpüree, Adriane: Frikadellen und ich: Nudelsalat) und fuhren dann zu einem AFS-Treffen, bei dem jeder etwas mitbringen musste und es ein wunderbares Buffet gab und außerdem noch ein serbisches Ballet auftrat, was zu einem Festival in Metepec (Toluca, da wo Elke wohnt) angereist ist. Nächste Woche werden wir uns das auch mal anschauen gehen. Die Party war dann auch ganz cool, alle Leute wiedersehen. J Das einzige, was mich recht traurig stimmte, war, das meine Familie mir einfach eine SMS schrieb: „wir können nicht kommen“. Erst hatten sie keine Zeit, um gemeinsam mit mir zu kochen(deswegen schlief ich nämlich bei Elke, um nicht alleine kochen zu müssen und nicht den ganzen Freitag alleine zu sein, weil meine Familie nicht da war) und dann kamen sie noch nicht mal auf die AFS-Veranstaltung und ich hätte auch alleine mit dem Bus nach Hause fahren müssen, das machte mich schon ziemlich traurig.
Danach fragte mich Joel dann, ob ich nicht mit ihm abends ausgehen wolle, aber das ist ja für mich immer so schwierig, also rief seine Mutter bei meiner an und ich konnte bei ihm schlafen. Seine beiden Gastschwestern( 15&16 Jahre) sind auch wirklich voll nett, erst guckten wir „The Ring Thing“(eine Schweizer - Verarsche zu „Herr der Ringe“) auf Schweizer-Deutsch(fragt mich nicht, was ich verstanden habe, es war auf jeden Fall nicht wirklich viel J) Abends gingen wir dann auf eine Privatparty wegen Halloween in einer Disco. Es machte auch echt Spaß, vor allem, weil auch noch andere Leute aus der Schule da waren mit denen wir tanzten. Heute früh gab es dann eine Art Tortilla, aber in kleine Stücke geschnitten mit viel Chili und deswegen habe ich jetzt ein recht eigenartiges Gefühl im Magen und bin deswegen auch gerade alleine, aber gut. Also, ich habe ja keine Probleme mit meiner Familie und meine Familie meinte, auf die Frage, ob sie ein Problem mit mir hätten, auch: „Nein, du bist nur sehr amigicita(was soviel heißt, wie viel mit deinen Freunden zusammen)“. Ich würde ja auch mehr zuhause sein, aber was kann ich hier denn machen? Meine Gastmutter macht nie etwas mit mir und Leute in meinem Alter, die wirklich nett sind, gibt es hier auch keine. Was soll ich also machen? Das stört mich ein bisschen, das wir nie etwas mit der Familie oder so machen, also mal alle zusammen irgendwo hinfahren oder so. Und die Sonntage im Haus meiner Gastoma, das ist für mich auch nicht wirklich Familie, weil mein Bruder und meine Schwester auch nie da sind. Deswegen bleibe ich halt lieber in Toluca bei meinen Freunden. Aber ich werde meiner Mutter mal sagen, dass ich gerne mal zusammen mit ihr, meinem Vater, meinem Bruder und meiner Schwester irgendetwas machen würde. Ich mag meine Familie nämlich eigentlich und ich habe auch meine Freiheiten, aber es ist eben immer noch nicht wirklich wie eine Familie, weil sie sehr kalt im Umgang miteinander sind(sie umarmen sich nie oder so und reden auch nie über wichtige Dinge oder so) und das finde ich nicht so schön, weil ich weiß, wie viele andere Familie hier sind. Zum Beispiel Joels Familie. Sie sind voll herzlich, umarmen sich und mich auch sofort wie eine Tochter und haben mich auch wieder eingeladen. Aber meine Familie hat auch nie Besuch oder so. Ich möchte halt auch wirklich gerne eine Familie und nicht nur eine Wohngelegenheit haben. Ich weiß es nicht, vielleicht ist das ja auch normal, aber ich würde mich so halt wohler fühlen, aber ich werde einfach mit ihnen reden und dann wird das schon. J Das hat das letzte Mal ja auch geklappt!
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11.10.2006 - Meine 1. Reise
11.10.2006
So, nun bin ich wieder hier von meiner 1. Reise in den Norden des wunderschoenen Mexikos! Es war eine wirklich tolle Reise, wenn auch recht anstrengend. Aber von Anfang an:
Am Mittwoch Morgen um 6 Uhr ging es los. Deswegen schlief ich(wie so oft) in Elkes Haus. Aber nicht nur ich, sondern noch 3 Jungen und 3 andere Maedchen. Deswegen gingen wir nachmittags noch in die Artesanias und die Galerias Metepec.
Natuerlich war es verdammt spaet, als wir ins Bett kamen und normalerweise haatten wir um 4 Uhr aufstehen muessen, um um 5 los zu gehen, aber wir wachten erst kurz vor 5 auf und hasteten panisch los, mussten dann allerdings noch ueber eine halbe Stunde auf den Bus warten und froren extrem.
Dann ging es los. Insgesamt waren wir 25 Leute und 5 Betreuer. Wir fuhren mit dem Bus, der uebrigens sehr luxurioes war(er ist auch aus Deutschland J), wir hatten bestimmt 1,5 Meter Beinfreiheit! Aber das brauchten wir auch, denn wir sollten unerwartet viel Zeit im Bus verbringen. Als erstes fuhren wir dann in ein Dorf der „Cruz Azul“(=blaues Kreuz) heisst. Er ist nach der groessten mexikanischen Firma benannt, die dort ihren Hauptsitz und Gruendungsstandort hat. Es ist eine Zementfabrik, in der nur Mexiknaer arbeiten duerfen und die ueberall in Mexiko ihre Standorte hat und ziemlich viele Leute beschaeftigt. Diese besuchten wir dann jedenfalls. Danach ging es weiter nach Tula, einer Pyramidenanlage, die wirklich traumhaft schoen war. Es war fabelhaftes Wetter, ueberall Kakteen , man konnte kilometerweit blicken und die Pyramiden sind sowieso extrem toll. Das ist das Mexiko, wa sich mir ausgemalt habe und in Tula ist es wirklich zu finden! Ein Traum!
Leider mussten wir dann auch irgendwann losfahren und es ging weiter in eine Stadt namens „Santa Maria“, die sehr beruehmt fuer ihre Produktion, besser gesagt Handherstellung, von Schals ist. Dort assen wir zu Mittag und danach sahen wir eine Modenschau, auf wie viele verschiedene Weisen man einen Schal tragen kann. Wirklich sehr beeindruckend. Ich kaufte mir dann auch einen Gruenen, der ungefaehr 10 Euro kostete, was aber fuer ein Produkt aus Handarbeit wirklich ein klasse Preis ist, oder?
So, dann ging es weiter nach San Luis, wo wir in einem Hotel schliefen und abends in eine Bar gingen, wo wir kraeftig tanzten. Leider endete der Abend dann nicht ganz so erfreulich, weil so gut wie alle Jungen betrunken waren und wir maedchen sie in ihre Hotelzimmer bringen mussten, aber gut.
Am naechsten Morgen schauten wir uns die Stadt an, die eine wirklich tolle Altstadt hat und dann ging es zurueck in den Bus. Wir verbrachten fast den gesamten Tag im Bus. Nur nachmittags stiegen wir aus ,um uns ein kleines Oertchen anzugucken.Wir fuhren erst mit einem Truck, auf dessen Ladeflaeche alle stehen mussten in die Berge(immer ganz knapp am Abgrund- mein Gott, war mir schlecht). Danach ging es weiter mit einer Pferde- bzw. Eselkutsche durch einen 2 km langen Tunnel und dann waren wir auhc schon da....J Das besondere an diesem Ort war, das dort viele Filme, unter anderem „The Mexican“ mit Julia Roberts und Brad Pitt, gedreht werden. Es war auch ein wirklich idyllisches kleines Bergdoerfchen mit einem schoenen Markt. Dann ging es wieder zurueck und in der Nacht kamen wir dann auf der Ranch an, wo wir alle nur noch todmuede ins Bett fielen. Wir schliefen uebrigens alle in 2 Raeumen mit Schlafsaecken auf Matratzen, aber es war wirklich lustig! Allerdings passierte auch eine ziemlich bloede Sache. Annick(eine Freundin aus Belgien) hatte einen Hexenschuss.
Am Freitag fuhren wir (Lili-Elkes Schwester, der Besitzer der Ranch und ich) mit ihr zum Arzt, der sie dann einrenkte, sodass es relativ schnell besser wurde. Waehrenddessen besichtigten die anderen dads Rathaus und die Kirche von Fresnillo. Anschliessend fuhren wir alle in ein Minenmuseum und besichtigten eine Mine und einen Tierpark. Von dort aus hatte man einen wunderbaren Blick ueber die Stadt, die Felsen und die Berge. Traumhaft, wie gesagt, auf dieser Reise erlebten wir unser wahres Mexiko!
Mittag assen wir dann in einem Park auf einem Berg und danach fuhren wir in ein kleines Oertchen mit einer ganz beruehmten Kirche, wo ich mir erstmal Ohrringe kaufen musste(sind aber meine ersten in Mexiko!!!J) Ausserdem gab es dort so eine Ausstellung von Briefen, Fotos und vielen anderen Dingen, die die Katholiken an Waenden drapiert haben um Gott Danke zu sagen fuer seine Hilfe und so. War sehr interessant und beeindruckend.
Abends gab es dann eine Feier auf der Ranch mit sehr vielem und gutem Essen zum Bespiel, gebratene Maiskolben(so lecker!!). Ausserdem feierten wir den 18. Geburtstag von Max und Emma (Belgien) mit einer sehr leckeren Torte. Sie freuten sich sehr ueber die Geschenke, die Elke und ich vorher fuer sie gekauft hatten und waren sehr ueberrascht, dass wir an ihren Geburtstag gedacht hatten. Alles in allem ein wirklich gelungener Tagesabschluss!
Doch der tollste Tag war dann der Samstag. Wir fuhren nach Zacatecas, besichtigten eine weitere, aber sehr, sehr interessante Mine und fuhren dann mit einer Seilbahn auf den hoechsten Punkt der Stadt, wo man natuerlich eine fabelhafte Aussicht hatte. Diese und den traumhaften Sonnenschein genossen wir fuer einige Zeit und dann hatten wir Freizeit in der Stadt. Ich verbrachte sie mit Ira, einer 20-jaehrigen Deutschen, die in Atlacomulco (eine Stunde von Toluca entfernt) fuer ein halbes Jahr lebt und arbeitet. Erst gingen wir lecker essen, dann machten wir eine Stadtrundfahrt, um wenigstens die wichtigsten Dinge in der Stadt gesehen zu haben. Ausserdem besichtigten wir die Kathedrale, die das beste Beispiel fuer eine barocke Kirche in ganz Amerika ist. Wir bummelten noch so ein bisschen durch die Laeden undkauften uns einige Andenken und eich mir eine Jeans, ausserdem ein Paar Ohrringe(aber es ist erst mein 2. Paar hier in Mexiko J ). Danach trafen wir uns alle wieder und uns wurden kleine Tassen geschenkt, denn es wra ein Fest in der Stadt, bei dem ganz viele Kellner umsonst Alkohol(Tequila) ausschenkten, wenn du ihnen deine Tasse hinhielst. Das fuehrte dann dazu, dass an diesem Abend viele der Maedchen sehr lustig waren. Und dann kam das Coolste schlechthin. Wir gingen in eine Disco in den Minen. Man war wirklich unter der Erde und die Waende waren halt Gestein, wie in einem richtigen Ausgrabungsschacht. So eine coole Disco habe ich echt noch nicht erlebt. Es war ein wirklicher toller Abend. Wir rockten ziemlich ab und natuerlich wollten wieder so viele mit uns tanzen, aber wir hatten wirklich Spass! Um 4 Uhr fielen wir dann todmuede ins Bett und am naechsten Morgen standen wir dann schon um 7 Uhr auf um so frueh wie moeglich los zu fahren! Und dann waren wir auch den ganzen Tag von um 10 Uhr bis abends 21 Uhr im Bus und wir machten auch nur eine Stunde Pause. Todmuede fiel ich dann abends um 23 Uhr ins Bett, bis morgens um 5.30 Uhr, wo mich dann meine mutter weckte und ich im Halbschlaf zur Schule torkelte. J
Dann kam allerdings eine nicht so erfreuliche Nachricht. Der Direktor wollte mit uns reden, weil wir besser aufpassen sollten und mehr arbeiten. Alle, ausser Elke und mir, muessen jetzt auch die Pruefungen schreiben. Aber wir beide koennen unser Projekt ueber Europa machen und bekommen dann dafuer Zensuren. Das ist wirklich toll! Montag abend war dann ein Gespraech mit allen AFS-Schuelern in Toluca, um ueber eventuelle Probleme zu sprechen. Eine Belgierin wird auch dei Familie wechseln und Adriane hat bereits die Klasse gewechselt. Achso und es gibt noch eine Veraenderung. Wir haben jetzt einen Schweizer(auch von AFS) an der Schule. Normalerweise lebt er in Oaxaca, aber da dort gerade Krieg ist, mussten alle Austauschschueler dort in andere Staedte in Mexiko fuer mindestens 1 Monat wechseln und wenn nach diesem Monat die Kaempfe noch nicht vorbei sind, muessen sie halt hier bleiben. Aber der Schweizer ist echt nett! Aber er ist halt recht traurig, weil er halt seine Freunde schon dort hat. Das kann ich auch sehr gut verstehen. Ich weiss nicht, ob ihr schon von diesem Konflikt gehoert habt, aber das ist so. Die Lehrer wollen mehr Geld von der Regierung und weil sie hier halt mehr Temperament haben, besitzen sie Waffen und jede Nacht gibt es Feuer. Es gab, glaube ich, noch keine Verletzten, aber die Armee ist halt schon dort!
Naja...mal schauen, wie sich das entwickelt, aber ich glaube nicht, das es eine baldige Loesung gibt, aber natuerlich hoffen es alle!
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11.10.2006 - der Torrito
02.10.2006
So, schon wieder kann ich euch von einer wirklich tollen Woche berichten! Am besten ich fange mal beim letzten WE an. Am Samstag hatten wir eine Familienfeier, was nicht so langweilig war, wie gedacht. Im Gegenteil, es war wirklich spaßig! Es ging schon nachmittags los und es startete mit einem Programm bei dem mehrere Tänze aufgeführt wurden, was wirklich gut war. Auch meine Gastmutter tanzte und es sah wirklich sehr, sehr gut aus! (Was ich bei ihrer- doch etwas weiblicheren Figur nicht gedacht hätte J) Danach wurde Karaoke gesungen und ordentlich getanzt! Außerdem gab es ganz viel gutes typisches mexikanisches Essen! Aber das tollste war der sogenannte „Torrito“. Also, Torro, das ist der Stier und Torrito ist verkleinert, also Stierchen. Das muss man sich so vorstellen, das es ein ca. 1m großes Gerüst in Form eines Stierkopfes ist. Das trägt dann jemand auf dem Rücken(über dem Kopf) und der ganze Stierkopf ist voll behangen mit Feuerwerk. Das wird dann angezündet und der Stierkopf brennt halt und derjenige, der ihn trägt läuft herum, wie ein wildgewordener Stier. Das ist zwar verdammt gefährlich, aber extrem lustig! Ich habe es auch gefilmt, also in 9 Monaten kann ich es euch dann zeigen! J
Am Montag wollte ich dann Adriane (die Deutsche aus meiner Klasse mit der Blinddarm-OP) besuchen, aber aufgrund eines Missverständnisses klappte das nicht und so verbrachte ich , den Nachmittag bei Giovanni, einem Jungen aus meiner Klasse. Für alle, die Richard kennen, an ihn erinnert er mich. Für die anderen: er hat eine recht hohe Stimme, hat nur Mädchen als Freunde und ich denke, dass ich von ihm als Mädchen nichts zu befürchten habe...J Es war auf jeden Fall sehr lustig. Die Familien hier sind so gastfreundlich...Die Mutter lud mich sofort zum Mittag ein und dazu mal mit ihnen nach D.F.(=Distrito Federal = Mexiko-City) und nach Six-Flags (ein riesiger Vergnügungspark in D.F.) zu fahren. Total lieb! Wir schauten uns Fotos an von all den schönen Plätzen Mexikos bei denen er schon gewesen ist. Es gibt wirklich so viele tolle Dinge hier zu entdecken. Aber nächsten Mittwoch beginnt auch meine erste Reise, worauf ich mich schon extrem freue. Endlich fangen wir an dieses wunderschöne Land zu entdecken, aber zu der Reise dann mehr nächste Woche, wenn ich sie gemacht habe.
Ach so, am Sonntag spielte ich Fußball mit der Kirche, aber nach 10 Minuten bekam ich kaum noch Luft und musste extrem husten, so als wenn ich Asthma hätte. Es ist wirklich unfassbar, wie sich die Höhe bemerkbar macht. So extrem hätte ich es nicht vermutet. Na ja...das führte dann aber dazu, dass ich jetzt Husten und Schnupfen habe und am Dienstag hatte ich Fieber, aber jetzt ist es schon viel besser.
Am Donnerstag drehten irgendwie alle Lehrer durch. Es begann mit der Bio-Lehrerin, die meinte, dass wir Prüfungen schreiben sollten und zwar am Freitag. Im Nachhinein stellte sich dann heraus(in einem Gespräch nach der Stunde), dass sie nur sauer gewesen war, weil wir geredet hatten und weil Adriane am Mittwoch einfach den Klassenraum verließ, obwohl die Lehrerin Nein sagte. Nun sind wir einfach leise und ich höre zu und verstehe es eigentlich auch alles. So, das war ja noch nicht so schlimm. Dann kam Englisch. Wie schon erwähnt, spricht unsere Lehrerin ja wirklich schlechtes Englisch. In dieser Stunde verteilte sie die Noten. Also, wir mussten ja ein Koch-Video drehen. Das zählte 30 %, dann mündlich 20 %, dann müssen wir ihr immer unseren Hefter zeigen , wenn wir eine Übung oder so gemacht haben und sie gibt uns eine Unterschrift(aber ohne es nachzugucken), nur um zu sehen, ob du es gemacht hast, jedenfalls zählte sie dann diese Unterschriften. Wir hatten recht wenig, weil wir ja 2 Wochen später in die Klasse kamen, als die anderen. Diese Unterschriften zählen auch 20 %. Ich finde es ein bisschen dämlich nur zu bewerten, ob man etwas macht und nicht, ob es richtig ist oder nicht. Bei Mitarbeit zählt auch nur, wie viel man sagt und nicht, ob es richtig oder wichtig es ist. Es zählt nur, wie viel Prozent der Stunde du Englisch sprichst, wenn du nur einen Satz sagst, aber dieses auf Englisch ist, hast du 100 % in Mitarbeit. Ich habe ihr auch erklärt, wie wir das in Deutschland machen, aber ich glaube, sie verstand es nicht. Doch das Albernste ist wirklich das „Dossier“, das zählt 30 %! Und es ist einfach ein Hefter mit allen Kopien, die man bekommt und das hat dann so großen Anteil an deiner Zensur. Und dann hat Luis, der ein Jahr in den USA gelebt hat eine schlechtere Note als ein Mädchen, was gar kein Englisch sprechen kann. Aber gut...Elke und ich sind dann jedenfalls durchgefallen, weil wir dieses verdammte Dossier nicht hatten, aber gut...
In der nächsten Stunde hatten wir dann so etwas wie Staatsbürgerkunde, wo sie lernen stolz auf Mexiko zu sein, irgend so etwas. Das ist die Lehrerin mit den Fingernägeln die jeden Tag ihre Farbe wechseln. Sie meinte zu uns, wir sollten bis Montag 20 Seiten lesen, aus einem Buch, das wir nicht haben und dann eine Zusammenfassung schreiben. Wir schrieben dann einfach die Notizen einer Mitschülerin ab und nun mal sehen, was sie dazu sagt. Aber ein bisschen komisch ist es trotzdem, weil der Text wirklich schwer ist.
Am Donnerstag gingen Elke und ich nach der Schule in das Zentrum Metepecs (ein Viertel Tolucas, wo Elke wohnt und wo eigentlich alles ist, die besten Discos, Geschäfte,...). Dort gab es dann jedenfalls ganz viele schöne kleine Lädchen mit selbstgemachter Keramik und anderen ganz vielen wunderschönen Dingen, die wir am Ende des Jahres kaufen werden. J Dort kauften wir dann Geschenke für Max und Emma die während der Reise, die morgen beginnt, Geburtstag haben. Abends gingen wir dann noch Tacos essen. Das war sehr lecker. Das Fleisch ist der Magen einer Kuh. Klingt eklig, sieht eklig aus, aber ist sehr, sehr lecker!
Am Freitag schlief ich dann auch bei Elke. Wir gingen in eine Bar und tranken Garanona(ihre Gastschwester Lili, Max, Elke und ich). Das ist ein kleines grünes Getränk, was sehr doll brennt und extrem viel Alkohol enthält. Danach gingen wir in eine Disco, wo wir ganz viele Leute aus unserer Klasse trafen. Es war ein sehr schöner Abend. Wir hatten viel Spaß und unser Tanzen wird auch schon immer besser...J Der Abend endete dann allerdings weniger schön, weil Max extrem betrunken war und sich übergeben musste und wir deshalb erst um 4 Uhr im Bett waren, am nächsten Tag dann um 8 Uhr aufstanden, um nach D.F. zu fahren. Der Tag war dann auch wirklich toll. Wir fuhren eine Stunde mit dem Bus durch die Berge, bis wir die riesige Stadt sahen. Es ist wirklich unglaublich riesig. Wahnsinn!! Zuerst besichtigten wir dann ein Schloss, was allerdings sehr europäisch war, es wurde von einem französischen König gebaut, aber man hatte eine wunderschöne Sicht über die gesamte Stadt, die wirklich nie endet! So beeindruckend, aber man kann wirklich den Smog sehen und das ist einfach nur erschütternd. Dann gingen wir in ein Museum über (illegale) Einwanderung in Mexiko, was vielfach sehr stark an unsere DDR-Museen über die Mauer erinnerte. Danach besichtigten wir ein weiteres Museum über die Geschichte der Stadt, was wirklich sehr interessant war. Leider fing es dann an zu regnen (wie jeden Tag) und deswegen war die Besichtigung des Stadtzentrum, mit der Kathedrale und dem Regierungspalast eher kurz, obwohl es wirklich sehr schön dort ist auf diesem riesigen Platz. Gegen 9 Uhr kehrten wir dann zurück nach Toluca, wo es auch in Strömen geregnet hatte, sodass wir eine Straße passieren mussten, auf der das Wasser ohne Übertreibung 20cm hoch stand und wir total durchnässt wieder zu Hause ankamen und nach einer heißen Dusche nur noch total erschöpft ins Bett fielen.
Am nächsten Tag fuhr ich dann nach Hause nach Xona und wir feierten den Geburtstag meiner Schwester mit sehr leckerem Kuchen und einer Art Gelatine, was so ähnlich ist, wie Rote Grütze nur mit Schokolade und als Kuchen. Aber sehr, sehr lecker! Außerdem lernte ich Enchiladas zu machen. Ich mache auch schon Fortschritte mit dem Chili. Ich nehme schon jedes Mal ein bisschen mehr zum Essen hinzu. Aber es ist wirklich schlimm, weil wirklich alles mit Chili ist. Es gibt auch kaum Süßes ohne Chili, die Süßigkeiten sind wirklich schlimm. Deswegen haben Elke und ich uns auch erst mal ein Überraschungs-Ei von Kinderschokolade(Deutschland!!) gekauft. Ja, Kinderschokolade gibt es hier, worüber ich auch sehr froh bin, wenn einen doch mal das Heimweh nach der guten deutschen Schokolade packt. J
Ach so, wir dürfen jetzt mit einem Projekt beginnen und zwar wollen Elke und ich ein riesiges Plakat über Europa gestalten(natürlich auf Spanisch) und unsere Kultur vorstellen. Außerdem einen Euro-Trip vorschlagen, sodass man sich einfach über alles wichtige(die wichtigsten Länder, Städte, Daten) informieren kann. Mal sehen, wie das Ganze am Ende wird, aber wenn ihr dazu noch Anregungen und Ideen habt, schickt sie mir ruhig. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf diese Arbeit, weil auch wir dadurch mehr über Europa lernen und gleichzeitig unser Spanisch verbessern, weil wir ja alles übersetzen müssen, aber es wird bestimmt eine tolle Sache! Besser als sich im Unterricht zu langweilen, oder? Also, morgen geht die Arbeit dann los. Ich bin schon sehr gespannt...
So, jetzt habe ich wieder eine Menge geschrieben, meine Hände tun weh und ich hatte in dieser E-Mail das erste Mal Probleme in deutsch zu schreiben, bei der Rechtschreibung und auch bei der Grammatik einiger Sätze...Ich fange langsam auch schon an in Spanisch und auch in Englisch zu denken. Aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell anfängt, dass man Probleme beim Schreiben hat...Wirklich schlimm, aber das wird schon wieder, wenn ich wieder in Deutschland bin.
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28.09.2006 - Mein Schutzengel und die Schulparty
Also, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ich für einen dollen Schutzengel habe! Am letzten Samstag sollte ich mit meinem Bruder und meiner Schwester zu einer Party fahren, aber mir ging es ziemlich doof und deswegen ging ich lieber früh ins Bett. Am nächsten Morgen erfuhr ich dann, dass sie einen Unfall hatten. Es war nichts Schlimmes, nur ein Auffahrunfall, aber sie mussten von nachts um 3 Uhr bis 14 Uhr auf dem Polizeirevier bleiben, um ihre Aussagen zu machen. Außerdem wären wir, wenn ich mitgefahren wäre zu sechst im Auto gewesen(was hier total normal ist) und dann wäre dem 6.(also mir) vielleicht etwas passiert. Deswegen bin ich recht froh, nicht dabei gewesen zu sein...
Allerdings hat dieser Unfall auch für mich einige Folgen, die unter anderem dazu bei trugen, dass ich mich jetzt ein wenig unwohl in der Familie fühle und AFS wahrscheinlich mit meiner Mutter reden wird. Ich darf nicht mehr mit Einer zur Schule fahren, weil es zu gefährlich ist. Morgens fahre ich jetzt mit einem Mann aus dem Dorf und nachmittags mit dem Bus. Ich darf nicht mehr in Discos gehen und außerdem (aber das hat nichts mit dem Unfall zu tun) muss ich immer direkt nach der Schule nach Hause und kann nicht noch ein bisschen mit meinen Freunden zusammen bleiben. Meine Mutter hat mir den Grund dafür auch genannt, nämlich, dass sie nicht alleine sein will und dass das der Grund ist, warum ich bei ihnen wohne. Des weiteren habe ich gehört, wie sie sich bei einer Tante oder so darüber beschwert hat, dass sie immer alleine ist. Aber ich bin doch nicht hier, weil sie sich sonst alleine fühlt. Deswegen möchte ich gerne, dass AFS mit ihnen redet und es eventuell möglich ist, die Familie zu wechseln, weil ich muss immer überall hin gefahren werden, weil ich so weit weg von Toluca wohne...Ich sage euch Bescheid, falls meine Adresse wechseln sollte...
Nun, aber zu den erfreulicheren Dingen dieser Woche...Wir mussten ein Projekt für den Englischunterricht machen und zwar musste sich jeder ein Gericht aus einem Land aussuchen, dieses kochen und das dann filmen. Also, verabredete ich mit meiner Familie, dass sie mich am Dienstag gegen 18 Uhr aus Toluca abholen würden. Ich kochte Milchreis. In dem Rezept stand, dass man zuerst die Milch aufkochen lassen müsste, dann noch mal gemeinsam mit dem Reis aufkochen lassen und das Ganze dann eine halbe Stunde so lassen ohne den Deckel zu öffnen. Ich traute dem ganzen nicht so recht und schaute deshalb schon nach 10 Minuten nach, aber da war es bereits zu spät. Die Milch war übergekocht und die ganze Herdplatte war schmutzig. Ich kochte das Ganze zuende und es wurde dann auch noch recht gut. Das einzige Problem war, dass der gesamte Topf verkohlt war und sich auf dem Boden des Topfes eine 1 cm hohe schwarze Schicht war. Es war mir voll peinlich. Aber Dulce (ein Mädchen aus meiner Klasse) und ich mussten die ganze Zeit lachen, als wir den Topf putzten. Es war wirklich lustig. Das einzige, was mich da mal wieder annervte, war meine Gastmutter. Sie rief um 4 Uhr an (um 3 Uhr ist die Schule vorbei) und fragte, wie lange ich denn noch bräuchte. Ich komm wirklich kaum noch mit ihr klar und ich hoffe, ich kann bald wechseln. Ich fühle mich total unwohl und deswegen habe ich auch schon mehr als 3 kg abgenommen. Wenn es mir nicht gut geht, habe ich einfach keinen Appetit.
Na ja am Dienstag Abend bettelte ich dann solange, bis sie mir erlaubten, von Mittwoch zu Donnerstag bei Elke schlafen zu dürfen, weil am Mittwoch Abend eine Party der Schule war. Da ging es mir richtig gut. Und so fuhr ich dann am Mittwoch Abend zusammen mit Elke in die Disco. Es war ein wirklich schöner Abend. Wir tanzten und hatten total viel Spaß mit unseren Freunden...Aber ich bin so neidisch. Die können alle so toll tanzen. Sogar die Jungs haben einen besseren Hüftschwung als wir. Sie haben den Rhythmus einfach im Blut...Das ist so unfair!! Aber deswegen war es besonders lustig, weil wir uns halt so dämlich anstellten beim Tanzen. Danach wollten wir dann noch in eine Bar, aber einige von uns kamen nicht herein, weil es erst ab 18 Jahren war. Ich zeigt ihnen meinen Personalausweis(auf dem groß steht, dass ich 1990 geboren bin) und sie ließen Elke und mich rein. Na ja, aber weil der Rest draußen bleiben musste, guckten wir uns nur kurz um und fuhren dann zu einer Art Markt, wo einige von uns noch etwas aßen und dann fielen wir nur noch todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen hatte die gesamte Schule 2 Stunden Ausfall, aber wir hätten trotzdem um 7 Uhr aufstehen müssen, aber natürlich verschliefen wir und kamen eine halbe Stunde zu spät zur Schule. Eigentlich ja kein Problem, aber die Schule hat die blöde Angewohnheit, dass sie diejenigen, die zu spät sind erst zum Beginn der nächsten Unterrichtsstunde auf das Schulgelände lassen. Na ja...wir fragten den Mann der den Eingang bewacht, ob wir passieren könnten und er holte den Disziplin Koordinator, der total nett ist und uns immer fragt, wie es uns geht und einfach mit allem hilft. Dem erklärten wir dann mit unschuldigster Miene, dass so viel Verkehr war und wir deswegen unseren ersten Bus nicht gesehen haben(was hier wirklich passieren kann) und dann eine halbe Stunde auf den nächsten warten mussten. Und ...wir durften passieren...J Ach so, dieser Koordinator der Schule sagte mir, ich hätte gut getanzt. *Juchu* Ach ja, auf der Party waren nämlich viele Lehrer mit denen wir dann auch sehr ausgelassen tanzten. Stellt auch das mit unseren Lehrern vor...(die Lehrerinnen tanzten nämlich teilweise echt Gogo-Dance-mäßig..., wie hier so gut wie alle Mädchen, aber ich finde das nicht so toll).
Na ja...Elke und ich mögen den Disziplin Koordinator jedenfalls recht gern(wir mussten seinetwegen auch keinen Eintritt für die Schulparty bezahlen, im Gegensatz zu den anderen, die 6 € bezahlen mussten J ), einige aus unserer Klasse weniger, zum Beispiel Tito. Er hat etwas längere Haare(nicht wirklich lang...), aber es gibt eine Regel, dass die Jungs keine langen Haare haben dürfen und deswegen durfte er letzten Mittwoch nicht aufs Schulgelände und weil noch kein Frisör aufhatte, schnitten ihm einige Freunde die Haare, aber es ist wirklich schrecklich geworden... Einige Haare sind nur 3 cm lang und andere 10 cm. Wirklich schlimm. Ich wäre echt sauer auf meine Freunde gewesen, aber er nahm es mehr oder weniger mit Humor...Ich finde diese Regel total krank...Aber gut, ich bin in Mexiko. J
Was ich euch ja noch gar nicht erzählt habe...Adriane ist momentan nicht in der Schule. Für 2-3 Wochen nicht, weil sie eine Blinddarm - OP machen lassen musste. Schlimm, oder? Sie war auch ganz schön fertig, aber nun geht es ihr schon wieder besser. Ich glaube, sie langweilt sich nur ein bisschen. Aber ich hätte auch total Angst hier eine OP machen lassen zu müssen. Aber es ist alles gut gelaufen...Aber ich durfte sie leider die ganze Woche nicht besuchen, weil na ja...meine Gastmutter.
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18.09.2006 - Nationalfeiertag und eine anstrengende Woche
Puh, war das eine aufregende Woche. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, zu erzählen. Ich fange jetzt richtig an hier zu leben! Jeden Tag Action. Es ist zwar ziemlich anstrengend, aber auch total schön. Man hat nämlich schon richtige Freunde...Aber ich fange erst mal beim letzten Samstag an. Nachdem wir in Atlacomulco bei dem AFS-Treffen waren, gingen wir noch in einen Supermarkt, weil ich mir ein Duschbad und Shampoo kaufen wollte. Shampoo ist auch überhaupt kein Problem. Es gibt hier alles von Head & Shoulders zu Garnier. Aber sie haben hier kein Duschbad. Ich konnte das gar nicht glauben. Aber sie benutzen zum Duschen nur ein Stück Seife. Da ich das aber nicht so gut finde, benutze ich jetzt Handseife als Duschbad. Aber ein bisschen komisch finde ich das schon. So viel zu den Unterschieden...Am Sonntag war dann echt ein totales Highlight. Na gut, morgens war ich in der Kirche, obwohl das ganz cool war, weil ich jetzt nämlich in einer Gruppe in meinem Alter bin. Der Unterricht ist auch echt lustig, obwohl die hier teilweise echt ein bisschen andere Ansichten haben. Zum Beispiel habe ich das Gefühl, dass Sex grundsätzlich etwas negatives ist, weil der Gruppenleiter total eindringlich erklärt hat, dass Engel keinen Sex haben und das ungefähr 10 Minuten verdeutlicht hat. Vielleicht sehe ich das ja auch anders, aber ein bisschen komisch finde ich das schon...Aber gut, danach waren wir dann ja, wie immer mit der gesamten Familie im Haus meiner Gastoma! Aber dann fragte mich mein Gastvater, ob ich mal auf einem Motorrad mitfahren möchte. Ich dachte nicht, dass es ernst meinte, aber dann gingen wir raus und draußen wartete mein Gastonkel mit seinem Motorrad und es ist nicht irgendein Motorrad gewesen. Nein, er hat eine Harley Davidson. Wie geil, dachte ich. Und dann fuhren wir los. Ich dachte, wir würden nur ein mal die Straße entlang fahren. Aber dann verließen wir Xona und fuhren durch Maisfelder. Es war blauer Himmel, die Sonne schien und die Berge waren wunderschön. Und wir mittendrin auf der Harley. Man braucht hier keinen Helm und so konnte man den Fahrtwind spüren. Man, war das toll! Meine Haare wehten im Wind und ich hätte die ganze Zeit nur lachen können, weil die Fahrt so viele Glückshormone in mir freisetzte. J Und mein Onkel versprach mir, dass wir irgendwann noch mal eine richtig lange Fahrt machen! Juchu!!! (an Jule: da bist du ganz schön neidisch, oder?)
Abends waren wir dann noch im Gottesdienst. Der ist hier echt ziemlich anders, obwohl sie ja auch evangelisch sind! Aber dazu in einer der nächsten E-Mails, weil ich die Unterschiede noch nicht alle herausgefunden habe und sie euch dann später genau beschreiben will, aber dazu muss ich noch mehr Gottesdienste erleben, aber es gefällt mir hier auf jeden Fall sehr gut, weil viel mehr Leben darin ist.
Am Montag war dann ja wieder Schule. Da wir uns im Spanischunterricht so langweilten fragte ich die Lehrerin, ob sie uns ein paar Aufgaben zum Spanischlernen geben kann (ich muss immer alles für Elke und Adriane übersetzen). Und dann meinte sie halt, dass ich ja ein höheres Niveau habe, als die beiden. Deswegen sollte ich dann einen Text über meine Familie schreiben und die beiden haben einige Vokabeln zum Lernen bekommen. Ich war relativ schnell fertig. Die Familie hatten wir nämlich gerade im Unterricht. Naja...ich hatte ungefähr eine Seite geschrieben. Und ich hatte nur einen Rechtschreibfehler! Und ein Wort verstand sie nicht wirklich, weil es dafür ein anderes im mexikanischen Spanisch gibt. Sie sagte: “excellente” und “muy bien” und die ganze Klasse applaudierte, weil ich schon so gut geschrieben hatte. Ich war so stolz auf mich. Und dann hat sie mir ein Buch (“Aura” von Carlos Fuentes) gegeben und ich musste das erste Kapitel (10 Seiten oder so) zur nächsten Stunde lesen und dann sollte ich ihr erzählen, was ich verstanden habe. Cool, was sie mir schon zutraut, oder nicht? Aber ich habe nach mehrmaligem Lesen auch wirklich alles verstanden und konnte es ihr dann mit meinen eigenen Worten erklären. Sie war sehr stolz auf mich, weil das Buch auch nicht gerade einfach ist, weil da Magie eine große Rolle spielt. Aber ich hatte es echt hinbekommen. Zu Montag muss ich nun das 2. Kapitel lesen. Aber das schaffe ich auch! Ich freue mich so darüber, denn alle sagen, dass ich schon wirkliche Fortschritte mache! Ich rede auch mit fast allen nur noch Spanisch und schon über gar nicht so leichte Sachen. Neulich habe ich sogar schon mit einem guten Freund(Roberto/ Tito) auf Spanisch telefoniert. Cool, oder? Aber das war wirklich ein bisschen schwierig, weil ich das Spanische besser durch Lippenlesen verstehe. Ich verstehe es wirklich tausendmal besser, wenn ich die Person anschaue. Das ist total lustig! Im Deutschen lese ich nie Lippen, aber im Spanischen wirklich extrem. Doll, oder? Aber Elke macht auch echt schon Fortschritte...Am Anfang konnte sie ja noch so gut wie gar nichts und jetzt lernen wir immer zusammen und ich erkläre ihr die Grammatik und so. Sie versteht auch schon recht viel, weil sie auch Französisch kann. Naja...So ist das hier mit unserem Spanisch!
Am Dienstag morgen passierte dann eine nicht so schöne Sache. Morgens fuhren wir wie immer nach Toluca. Es gab wieder Stau, weil es einen Unfall gegeben hatte. Ein Auto wurde zwischen einem Bus und einem anderen Auto eingequetscht. Das Auto war ziemlich zusammen gedrückt, aber zum Glück lebte der Fahrer noch!!! Er wurde im Krankenwagen weggebracht, der dann genau vor uns fuhr. Das wäre ja auch alles nicht so schlimm gewesen, aber hier hat der Krankenwagen kein Milchglas als Scheiben, sondern ganz normales Fensterglas. Das heißt, man konnte alles sehen, was im Krankenwagen passierte. Darüber möchte ich euch jetzt nicht genauer schreiben, aber mir ging es danach echt mies. Zum Glück, konnte ich mit Elke, Adriane und Tito darüber reden. Am Dienstag nach der Schule ging ich dann mit Tito und ein paar anderen aus meiner Klasse zu Octavios Haus, wo wir dann X-Box spielten (wobei ich allerdings dauernd erbarmungslos verlor, sodass Tito mich die ganze Zeit auslachte) und einen Film guckten. War aber voll lustig!
Am Mittwoch fuhren Adriane und ich nach der Schule mit zu Elke. Erst machten wir Pfannkuchen und dann gingen wir ins Kino zu „Click“ mit Adam Sandler. Es geht darum, dass er mit seiner Fernbedienung sein ganzes Leben steuern kann. Erst dachte ich ja, das der Film mehr so na ja sein würde, aber er war toll! An einigen Stellen standen mir sogar die Tränen in den Augen. Aber den Mädels ging es genauso. Nur der Junge aus Belgien(Max), der noch mit war, fand den Film so na ja... J Aber gut! Dann holte mich mein Gastvater ab. Ich erzählte ihm von dem Film und so kamen wir darauf zu sprechen, was wirklich wichtig ist im Leben(das wird in dem Film nämlich auch sehr deutlich gezeigt). Und wir sprachen darüber, dass man immer so leben sollte, als wenn es der letzte wäre. Und das er, wenn er das Gefühl hat seine Kinder umarmen zu müssen, seine Kinder umarmt. Es war ein sehr bewegendes Gespräch! Wirklich schön, weil wir uns mal recht nah waren. Sonst habe ich ja nicht allzu viel mit meinem Gastvater zu tun! Aber das Gespräch war wirklich gut!
Donnerstag war dann ein total komischer Tag. Schule war ganz normal. Ich verstehe mich total gut mit Tito. Also, er ist einer der Wenigen, die größer als ich sind. Er ist 17 und heißt eigentlich Roberto, aber im Spanischen wird ja so gut wie jedes Wort verkleinert und die verkleinerte Form von Roberto ist Robertito. Und aus RoberTITO wurde dann eben Tito. Wir verstehen uns jedenfalls total gut und ärgern uns die ganze Zeit. Na ja...nachmittags fuhr ich dann mit Tito wieder zu Octavios Haus mit noch einigen anderen Jungs aus unsere Schule und da ging es dann los. Zwei fragten mich, ob ich nicht ihre Freundin sein möchte. Die interessiert es auch überhaupt nicht, wenn man sagt, dass man einen Freund hat. Aber gut, das sind voll die Machos und von daher kümmerte mich das nicht weiter. Außer, dass sie einen die ganze Zeit anstarren und anfassen wollen, sind sie auch ganz okay! Der eine hat sogar grüne Augen. Hier ist das total die Rarität. Der ist auch echt nett und wir verstehen uns gut, aber der andere ist echt widerlich, weil er auch schon Adriane und Elke angebaggert hat. Er will einfach nur eine Freundin, aus einem anderen Land um damit an zu geben. Einige Jungs hier sind wirklich so. Aber gut, es gibt auch andere. Zum Beispiel Tito ist überhaupt nicht so. Na ja...gut, egal. Als ich dann mit Einer nach Hause fuhr, fing dann auch er noch an, mich zu nerven. „ Willst du meine Freundin sein? Ich mache auch mit meiner Freundin Schluss...“ Total nervig und das eine halbe Stunde im Auto...Aber gut. Freitag Nachmittag zog er noch mal das Gleiche ab, aber ich hoffe, es lässt es bald bleiben, weil es echt nervig ist.
Nun aber zu Freitag, einem sehr ereignisreichen Tag! In der Nacht von Freitag auf Samstag ist hier der Nationalfeiertag. Deswegen war am Freitag auch alles in grün, rot, weiß geschmückt. Überall Fahnen und so. Total heftig. Leider passierte an dem Tag eine total doofe Sache. Tito, wurde gesagt, dass er wahrscheinlich aus der Klasse raus muss, weil er im Unterricht immer redet oder so. Das ist total krank. Nur weil man im Unterricht redet...Aber hat noch eine letzte Chance bekommen(Juchu!), aber er war (vreständlciherweise) total traurig und war echt fats kurz davor zu weinen! Das tat Elke und mir so leid, dass wir ihm ein Bild malten, worüber er sich riesig freute. Wir malten, wie kleine Kinder ein Haus mit einem Garten, Blumen, einen See und so etwas. Aber Tito lachte über unser Bild und es ging ihm gleich viel besser!
Später gingen wir dann auch zu der Schulparty, wo dann eine Band spielte und man ganz viele typische mexikanische Dinge kaufen konnte. Ganz typisch für diesen Tag sind Eierschalen, die dann mit Konfetti gefüllt sind und man anderen Leuten auf den Kopf drückt. Aber das war sehr lustig. Außerdem haben Elke und ich geheiratet. Das hat erst mal alle geschockt! J Aber egal. Danach fuhren Elke, Tito und ich zu einem ganz guten Burgerrestaurant und aßen einen wirklich leckeren Burger. Mit den beiden und natürlich auch mit Adriane kann man echt total viel Spaß haben! Dann fuhren wir zu Titos Haus. Es ist total schön, weil es einen Garten hat!!! Ich will auch einen Garten. Außerdem hat er einen 4 Monate alten Hund. So was kuscheliges. Ich hätte ihn am liebsten mitgenommen. Meine Hunde hier sind nämlich nicht so toll. Sie sind auf dem Hof angekettet, kläffen die ganze Zeit und stinken. Man will sie nicht wirklich anfassen, aber der Hund ist so süß!!! Dann fuhr ich nach Hause(Einer nervte wieder rum), wo wir dann Tamales und die Konfetti-Eier machten, um sie später verkaufen zu können. Also, Tamales ist eine Art Kuchen, die aber nicht gebacken, sondern gekocht wird und in einem Maisblatt eingewickelt ist. Aber sehr lecker! Dann gingen wir zur Party der Kirche. Es gab traditionelle Tänze und Gesang. Außerdem ganz viele Stände mit Essen. Trotzdem war ich froh, dass dann mein Bruder und mein Cousin kamen und wir gemeinsam mit meiner Schwester ins Zentrum gingen, wo wirklich viel los war. Es gab ganz viele Karussells und so, die auch ziemlich günstig waren. Nur 1 € oder 1,5 €. Also total super. Wir machten auch einige Fahrten mit, wobei ich mich aber immer mit meinem Cousin stritt, wer denn nun bezahlt. Aber ich setzte mich einige Male durch! J Um 11 oder 12 Uhr begann dann das „grito“(wörtlich übersetzt: schreien). Wir standen vor dem Rathaus und alle schrieen „Viva México!“ und so etwas. Außerdem hatten alle eine Sprühflasche mit Schaum und besprühten sich gegenseitig. Wir waren total voll mit Schaum und meine Sachen waren klitschnass. Aber es war echt lustig! Dann gab es noch ein wunderschönes Feuerwerk und wir fuhren noch ein mal Karussell, bevor ich dann nach einer säubernden Dusche todmüde in mein Bett fiel. Heute Nachmittag gehen wir wahrscheinlich zu einem Rodeo oder so und heute Abend Tanzen. Aber der Tag gestern war echt extrem aufregend und ich habe ganz, ganz viele neue Eindrücke von diesem wunderschönen Land hier bekommen!
Ich habe euch lieb!
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11.09.2006 - Ich schon wieder
So, schon wieder Grüße aus dem verrückten Mexiko. Na ja...also eigentlich ist nicht das Land verrückt, sondern das Wetter hier in Xona/ Toluca. An einem Tag regnet es in Strömen, gewittert es extrem, sodass man mit 2 Pullovern und langen Socken friert und am nächsten Tag, gibt es die herrlichste Sonne, sodass man im kürzesten Top schwitzt. Habe deswegen im Gesicht auch total den Sonnenbrand. Sehr schmerzhaft.
Nun gut, so viel zum Wetter. Nun zu den wirklich spannenden Dingen hier bei mir! Fange ich mal ganz am Morgen an zu erzählen, was hier so passiert. Also, zu meiner Schule fährt man ja ungefähr 35-45 Minuten. Wenn ich mit dem Bus fahren müsste, müsste ich einmal umsteigen. Aber zum Glück gibt es in meinem Dorf einen Jungen, der auch auf meine Schule geht und mit dem ich jeden Morgen fahren kann. ABER: am ersten Morgen wäre ich fast gestorben vor Angst. Ich weiß nicht, ob ihr es wusstet, aber ich bin sowieso schon sehr panisch beim Autofahren, insbesondere beim Überholen. Also, am ersten Morgen, an dem ich mit ihm im Auto fuhr, gab es Stau (den gibt es hier übrigens jeden Morgen) und er überholte die Autos, aber es war jedes Mal verdammt knapp. Aber bei einem Auto waren es wirklich nur noch 20 cm, die wir von ihm entfernt waren, ehe wir einscherten. Ich riss mich zusammen um nicht laut auf zu schreien. Da dachte ich echt, das war es jetzt mit meinem Leben. Aber juchu: Ich lebe noch! J Die nächsten Tage fuhr er dann auch wesentlich besser und wir waren bestimmt immer noch einen Meter vom entgegenkommenden Auto entfernt. J Ach so, der Junge heißt übrigens Einer, ja genau so wie unser deutscher Artikel. Sehr toll, oder? Ich würde meinem Kind ja nicht den Namen eines Artikels geben, aber na gut...Wahrscheinlich wussten sie nicht, was es bedeutet. Ich habe es ihm dann übersetzt und er war nicht gerade begeistert, aber na gut, vielleicht legt er sich einfach einen Spitznamen zu J Zurück zum Straßenverkehr. Der ist hier wirklich schlimm. Ich habe das Gefühl, dass es keine Regeln gibt. Wer zuerst hupt, fährt zuerst. Und rote Ampeln haben auch keine Bedeutung. Solange kein Auto entgegen kommt, werden auch beide Fahrbahnen für eine Richtung benutzt und betrunken fahren, ist sowieso kein Problem. Aber gut, daran werde ich mich (hoffentlich) auch noch gewöhnen und aufhören mich verzweifelt an meinem Sitz fest zu klammern, weil ich solche Angst habe. J
In der Schule haben wir jetzt übrigens eine bessere Beschäftigung gefunden, als auf dem Schulhof zu sitzen. Wir gehen jeden Tag ins Internet. Das ist echt viel besser, als ein Internetcafé! Viel bequemer, nicht so viele Leute und es kostet nichts und es ist besser, als sich während des Unterrichts zu langweilen, was wir den Rest des Tages tun. Ich muss euch unbedingt von einer Lehrerin erzählen. Ich glaube, sie unterrichtet Sozialkunde. Ihre Fingernägel sind 3 cm lang und sie haben jeden Tag eine andere Farbe, passend zum Rest ihres Outfits, sogar ihr Schlüsselbund hat dann die gleiche Farbe, wie der Rest ihrer Kleidung, aber die Fingernägel sind trotzdem immer noch das Schärfste. Sie sieht echt immer voll heftig aus. In hellgrün, gelb, rot,...Total schrill.
Übrigens sind in meiner Klasse übelst die reichen Leute. Die bringen jeden Tag ihren Laptop mit zur Schule, weil sie Wireless Lan haben und dann surfen sie die ganze Zeit im Internet, während der Stunden. Irgendwie machen die echt, was sie wollen. Schlimmer, als bei uns in Deutschland. Dagegen sind wir echt brav.
Am Freitag war ich auf einer Party. Direkt nach der Schule fuhren Einer, seine Freundin und ich zu einem Freund von ihm, wo dann auch noch andere Typen waren. Dort tranken wir dann Bier, was hier aber total lasch ist. Es hat nur 4,5% und das schmeckt man auch. Aber es ist trinkbar. Es war eigentlich ziemlich lustig. Wir tanzten und erzählten. Einer fragte mich, ob ich seine Freundin sein möchte, aber ich lehnte dankend ab. Das einzige, was ein bisschen nervig war, waren die ganzen Fragen, wie: „Hast du einen Freund?“, „Wie sieht er aus?“,... Total nervig! Aber gut, irgendwie hörten sie auf zu fragen und wir fuhren zu Burger King. Wir aßen einen riesigen Burger für einen Euro. Er war so groß, dass ich es allein nicht schaffte, ihn zu essen. Sogar die Burger hier sind schärfer, als in Deutschland. Aber es ist okay! Besser als die Chips, die ich abends aß, sie waren mit Salsa getränkt und waren so scharf, dass sie total im Mund brannten. Alle essen hier alles mit Salsa, aber ich nehme nur ein bisschen, weil es wirklich verdammt scharf ist. Nicht nur ein bisschen, sondern so, dass es sogar meinem Gastbruder die Tränen in die Augen treibt...
Nachdem wir bei Burger King waren, gingen wir auf eine Party. Es waren total viele Leute da und es spielte eine coole Rockband. Wir pokten ein bisschen herum, damit uns warm wurde. Es war nämlich Open-Air und es regnete. Aber trotz allem, war es extrem lustig und machte extrem viel Spaß. Ah, bei Spaß fällt mir noch eine Aktion ein. Wir fuhren mit 2 Autos zur Party und parkten auf einer Rasenfläche. Doch dann fuhr das eine Auto los und wirbelte so viel Schlamm auf, dass das andere Auto komplett voller Schlamm war, doch das war nicht das Schlimmste. Wir hatten das Fenster auf und so spritze der gesamte Schlamm ins Auto hinein. Wir waren voller Schlamm, genauso wie der gesamte Innenraum des Autos. Der Besitzer des Autos war ein bisschen sauer, aber ich fand das so lustig und musste die ganze Zeit lachen. Na ja...
Am Samstag wusch ich erst wieder meine Wäsche in so einem Waschbrett-ähnlichem Waschbecken. Danach lässt man sie dann noch einweichen, aber ich vermisse trotzdem unsere Waschmaschine, in die man alles einfach nur reinwerfen kann und dann hat man auch wirklich das Gefühl saubere Wäsche zu haben, aber gut. Ich kann verstehen, dass die Unterwäsche hier in der Waschmaschine kaputt gehen kann, weil die hat hier in der Mitte nämlich so einen Rührer-ähnlichen Stab und ich glaube, das würde meiner Unterwäsche nicht so gut gefallen...Samstag Nachmittag fuhren wir dann nach Atlacomulco, wo eine „Noche Mexicana“ stattfand. Wir waren 45 Minuten zu spät, aber das machte gar nix, die meisten kamen noch viel später. Das ist etwas, was mich echt annervt. Dauern diese Unpünktlichkeit, dann heißt es immer: „un ratito“ oder „un momentito“. Dieses Weilchen oder Momentchen dauert dann aber immer eine halbe Stunde. Wenn ich nach Deutschland wiederkomme, habe ich mir das bestimmt auch schon angewöhnt. Jedenfalls waren wir dann in Atlacomulco, wo erst einige Reden gehalten wurden, ein Tanzpaar und ein Sänger auftrat. Dann aßen wir alle zusammen und erzählten. Ich tauschte mich mit allen Austauschschülern aus und es war ziemlich lustig und interessant zu hören, wie es ihnen in den ersten 2 Wochen hier ergangen war. Übrigens trugen ja alle typische mexikanische Trachten, was auch sehr erheiternd war. Ich in meinem weißen Kleid fühlte mich, als wenn ich jeden Moment heiraten würde. Aber gut. Die anderen Deutschen erkannten mich auch erst nicht, aber egal. Bei Gelegenheit sende ich mal ein paar Fotos, wenn möglich. Aber alles in allem war es wirklich schön. Abends ging ich dann noch mit Einer zu einer mexikanischen Fiesta bei uns im Ort. Es war so eine Art Familienfeier aber zur Unabhängigkeit Mexikos am nächsten Wochenende. Es gab sehr viel und vor allem Scharfes zu Essen und danach tanzten wir dann noch ein bisschen. Alles in allem wirklich ein schöner Tag! Das soll es erst mal gewesen sein, ich werde jetzt wohl aufstehen, weil es ist Sonntag und gleich geht es los zur Kirche.
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6.09.2006 - Mein 1. Schultag
Heute war mein 1. Schultag. Ich gehe hier in eine 11. Klasse einer privaten Schule in Toluca. Um dorthin zu kommen, muss ich mit 2 Bussen fahren, aber wahrscheinlich gibt es eine Möglichkeit, dass ich bei jemandem mitfahren kann. Das wäre viel, viel besser. Weil Busfahren ist nicht so, wie in Deutschland. Die Busse halten irgendwo und ganz viele und man muss dann den richtigen finden, bevor der schon wieder weggefahren ist.
In meiner Klasse sind wir 20 Leute. Davon 3 Austauschschüler(AFS): ein Mädchen aus Belgien(Elke), und zwei aus Deutschland(Adriane und ich) J Das ist ziemlich praktisch, weil wir uns dann austauschen können, wie es uns geht. Heute war Adriane allerdings nicht da, aber mit Elke verstehe ich mich recht gut. Uns geht es ähnlich. Wir freuen uns zwar hier zu sein, zählen aber auch schon die Tage bis zu unserer Rückkehr(es sind 290, weil wir wohl schon am 22.06.2007 zurückkommen), weil wir unser Leben in Deutschland/Belgien doch vermissen. Zum Beispiel die tollen hygienischen Bedingungen in Europa. Man muss hier nämlich das benutzte Toilettenpapier in den Mülleimer werfen. Na ja...das gefällt mir nicht so.
Aber gut, mehr über meine Schule. Ich beginne morgens um 7 Uhr, fahre um 6 hier los und die Schule geht normalerweise bis 14 Uhr, aber unsere Klasse ist irgendwie privilegiert und deswegen haben wir bis 15 Uhr Schule. Toll, oder? J Aber dafür machen wir im Oktober auch eine Klassenfahrt nach Veracruz ans Meer. Juchu! Der Stundenplan ist fast jeden Tag der Gleiche und eine Stunde dauert 50 Minuten. Ich habe folgende Fächer: Statistik, Mathematik, Biologie, Englisch, eine Art Sozialkunde(Jura), Spanisch, Anthropologie (Menschenkunde?), Philosophie, Bio-Chemie und TDC, was auch immer das sein mag.
Wir haben jeden Tag 9 Stunden, also, beklagt euch nicht über eure 8! J Na ja, aber ich muss zugeben, dass der Unterricht hier nicht gerade das ist, was man als gut oder ruhig betrachtet. Dauernd klingeln Handys und die Schüler unterhalten sich dauerhaft. Die meisten haben keine Bücher oder Hausaufgaben. Das scheint hier wirklich total normal zu sein. Dabei ist meine Klasse die Klasse, die internationales Niveau hat(angeblich). In Mathe machen wir gerade Integralrechnung in Bio Proteine und in Sozialkunde habe ich nichts verstanden. J Englisch ist hier extrem leicht und die Schüler brauchen 5 Minuten Zeit um einen Satz zu bilden. Heute haben wir Vokabeln zum Thema „Movies“ gelernt. Ich glaube, diese Vokabeln hatten wir in der 7. oder 8. Klasse. Und die Lehrerin hat eine wirklich schlimme Aussprache. Außerdem hat sie einen Satz an die Tafel geschrieben, der falsch war - als Lehrerin...Aber gut...die Spanischlehrerin war noch eine Spur schärfer. 15 Leute aus der Klasse hatten ihre Hausaufgaben nicht und wurden für 2 Stunden vom Unterricht ausgeschlossen. Elke und ich blieben sitzen, weil wir nicht verstanden hatten, warum die Schüler den Unterricht verließen. Die Lehrerin fragte, wer wir seien und dann schickte sie uns auch nach draußen, weil wir wohl kein Spanisch konnten oder so. Dann kam die Eigentümerin der Schule und fragte, warum wir nicht in der Klasse wären und wir erzählten ihr das Ganze und sie sprach mit der Lehrerin. Danach sagte sie uns, dass der Spanischunterricht für uns langweilig ist und wir uns für diese beiden Stunde eine andere Klasse suchen sollen. Doll, oder? Heute haben wir diese beiden Stunden dann auf dem sonnigen Schulhof verbracht, was eigentlich sogar ziemlich gut war. J Ich hätte nix dagegen...
Aber mich stört, dass wir keinen Sportunterricht haben. Mal sehen, entweder ich nutze die Spanischstunden, um bei einer Klasse in Sport mitzumachen oder ich suche mir hier in Xona eine Sportgruppe. Mein Bruder meinte, es gibt eine Basketballmannschaft. Wenn es möglich ist, werde ich dort mitmachen. Übrigens, von wegen Essen: die Belgierin hat auch keinen Hunger, genauso wie ich und ihre Familie sagt auch immer, dass sie so wenig isst, aber wir haben hier einfach nicht so großen Hunger. (Jedenfalls bis jetzt noch nicht) Und hier nasche ich auch nicht. Die Süßigkeiten hier sind auch ziemlich abstoßend...Erst schmecken die Bonbons ja noch recht gut, aber innen ist plötzlich voll ekelhaftes Chili. Bäh. Das einzige, was schmeckt, ist Schokolade und die gibt es hier nicht so viel. Aber gut. Ich habe noch ein bisschen deutsche Schokolade, falls es so schlimm kommt, dass ich sie brauche. J Aber ich hoffe nicht, dass das nötig sein wird.
Ich beneide euch übrigens sehr um eure Herbstferien, die gibt es hier nämlich nicht...Na gut, dafür machen wir dann eine Klassenfahrt. Und bis Weihnachten kommen viele Fiestas...Am 15./16. September den Nationalfeiertag, dann am 4. Oktober eine Feier in Xona(Altstadtfest) am 2. November den „Día de los Muertos“, der auf dem Friedhof gefeiert wird. Ich werde mir wohl einige Zuckerskelette kaufen. J Nächsten Samstag veranstaltet AFS eine „Noche mexicana“(=Mexikanische Nacht) bei der alle Austauschschüler traditionelle Kleidung tragen müssen. Ich habe ein weißes Kleid, aber irgendwie na ja...so toll finde ich es nicht.
Habe ich schon erwähnt, dass ich doch keine Schuluniform tragen müssen? Irgendwie ist das ja auch schade, wäre mal was anderes gewesen, aber auf der anderen Seite ist das auch sehr gut, weil es in den Schulen(und auch in den Häusern) keine Heizung gibt und dann kann man sich wenigstens schön dick anziehen und man erkennt die Leute besser wieder. J
Letzten Samstag war ich übrigens in der Disco mit meinem Bruder, einem Freund von ihm und dessen Schwester. Wir kamen gegn 10.30 Uhr dort an. Und mein Bruder gab die Autoschlüssel einem Mann, der das Auto dann wegfuhr und uns später wiederbrachte. Wie in so einem Nobelrestaurant. Voll cool. Dann spielte zuerst eine Band und Esly(Bruder) und Omar(sein Freund) brachten mir noch ein bisschen mehr Gambia bei. Es klappte auch schon relativ gut und machte vor allem sehr viel Spaß. Wir hatten viel zu lachen. Später gegen 1 Uhr begann dann die richtige Disco. Die ist irgendwie noch anders als bei uns. Man tanzt mehr zusammen und selbst wenn man nicht zusammentanzt(sich anfasst), tanzt man irgendwie doch zusammen, also sich paarweise gegenüber. Na ja...die Jungs hier können aber auch verdammt gut tanzen und sie sind hier sehr, sehr höflich. Sie gewähren der Frau immer den Vortritt und öffnen ihr jede Tür. Sogar die Autotür wird mir dauernd aufgehalten. Und sie fragen andauernd, ob man etwas möchte. Übrigens ist Omar, der erste, den ich hier treffe, der gut Englisch spricht. Mit ihm unterhielt ich mich dann auch ziemlich gut und er erklärte mir einige Dinge über Mexikanisches Flirten. J Aber keine Angst: er ist einen halben Kopf kleiner als ich. J Mich lud nämlich ein Mann in der Disco zum Tanzen ein und weil ich nicht unhöflich sein wollte, sagte ich ja. Später wurde mir erklärt, dass ein Nein hier keineswegs unhöflich ist. Man muss wirklich nur mit den Leuten tanzen, mit denen man will. Und wenn einem jemand gefällt, sollte man bei der 1. Einladung Nein sagen, um sein Interesse zu testen.
Am Sonntag war ich übrigens in der Kirche. Das ist total anders, als bei uns, obwohl sie auch evangelisch sind. Zum Anfang sind nur die Kinder da und alle singen und tanzen zusammen zu Kinder-Kirchen-Liedern, das fand ich total gut. Danach gingen dann alle Kinder in na ja ich denke mal so Art Christenlehregruppen, aber in jeder Klassenstufe gibt es eine Gruppe und obwohl es freiwillig ist, waren in jeder Gruppe bestimmt 20 Kinder. Aber das ist dann sehr schulartig. Erst wird den Kindern eine Geschichte erzählt(ich war in der 2.Klasse) mit Bildern verdeutlich. Dann lernen sie den wichtigsten Satz der Geschichte auswendig und malen dann ein Bild, für das sie dann eine Zensur bekommen. Aber es ist echt Wahnsinn, wie viele Kinder es hier gibt...
Nach der Kirche war dann die ganze Familie im Haus meiner Gastgroßmutter. Dort gibt es 2 kleine Mädchen, die vier und zwei Jahre alt sind. Mit denen spielte ich dann den Nachmittag oder redete mit all meinem Tanten und Onkels, denen ich schon langsam Kinder zuordnen kann. Ich glaube, dass die eine Oma sogar schon Ururgrossmutter ist. Unfassbar, oder? Sie ist die Oma meiner Mutter und eine Schwester meiner Mutter ist schon Oma, also ist es doch die Ururgrossmutter, oder? Jedenfalls ganz schön doll...
Aber hier werden die kleinen Kinder viel schneller geschlagen, als bei uns. Das finde ich ziemlich doof, aber ich glaube, es ist nicht gut, jetzt in der Anfangszeit schon etwas zu sagen und vielleicht kam es mir auch nur so vor. Mal sehen, wie es nächsten Sonntag ist. Die Familie ist hier jeden Sonntag zusammen.
Ach so, und meine Oma hat ein eigenes Kuscheltiergeschäft. Sie näht alle Kuscheltiere selber. Ich war in der Werkstatt und das war wirklich cool. Überall Kuscheltiere. Jetzt verstehe ich auch, warum meine Familie so auf Kuscheltiere abfährt: Sie sind alle selbst gemacht. Das gefällt mir total gut...vielleicht lerne ich noch nähen... J
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6.09.2006 - Ich bin in Mexiko!!!
Juchu, ich bin in Mexiko. Es ist wirklich traumhaft schön hier. Aus meinem Fenster kann ich die Berge sehen. Total idyllisch. Außerdem ist meine Familie sehr nett und total lieb zu mir. Aber von Anfang an: Am letzten Freitag ging es ja um 14.10 Uhr aus Frankfurt am Main los. Wir sind insgesamt 10 Deutsche in Mexiko, 3 Jungen und 7 Mädchen, wovon aber 3 ein Freiwilliges soziales Jahr hier machen. Jedenfalls landeten wir nach 12 Stunden Flug um 18.55 Uhr (Ortszeit) in Mexiko-City. Da bei einem aus unserer Gruppe das Gepäck nicht da war, dauerte es entsprechend lange, bis wir draußen waren. Dann ging es noch mal 2 Stunden mit dem Bus durch Mexiko-City. Diese Stadt scheint nie zu enden. Egal zu welcher Seite man aus dem Bus schaute, bis zum Horizont waren Lichter zu sehen. Es ist beeindruckend, faszinierend und abschreckend zugleich. Wenn man sich das vorstellt. 24.000.000 Menschen in einer Stadt. Das ist ein Viertel der gesamten Bevölkerung Deutschlands...und das ohne die Menschen zu zählen, die am Rande der Stadt in Slums leben...Es gibt hier als Taxis grüne Käfer – total lustig! Außerdem fahren die hier alle, wie die Sau. Anscheinend gilt: wer zuerst hupt, fährt zuerst...
Jedenfalls kamen wir dann total fertig gegen 23 Uhr in unserem Hotel an...Ja, wir hatten ein richtig luxuriöses Hotel mit Doppelzimmer pro Person (pro Mädchen à die Jungs mussten in einem Kasernenartigen Raum mit 50 Betten schlafen...)
Am Samstag besprachen wir dann Regeln und Besonderheiten Mexikos mit allen Leuten aus der ganzen Welt, die in Mexiko für ein Jahr sind, ungefähr 100 Leute. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß, weil wir in unserer Gruppe sehr viel herumalberten und zu lachen hatten...um nicht zu sagen, wir waren albern J
Am Sonntag ging es dann los. Jeder fuhr los in sein Komitee. Ich bin im Komitee Toluca. Dort sind wir 10 Leute und davon 3 Deutsche. Aber auch Leute aus 3 anderen Komitees kamen mit uns nach Toluca, weil es dort eine kleine Party gab. Erst führte eine Tanzgruppe verschiedene typische Folklore- Tänze in tollen Kostümen auf. (Am Ende musste ich auch mit auf die Bühne um mitzutanzen.) Danach eine Musikgruppe und anschließend kamen Komiteeweise die Gastfamilien nach vorne und wurden ihren Gastschülern vorgestellt. Meine Familie schenkte mir Blumen und ein riesiges Kuscheltier. Dann ging es los nach Hause. Mein Ort liegt ca. eine halbe Stunde entfernt von Toluca und eine von Mexiko-City. Ich wurde von meinen Gasteltern, meiner jüngsten Gastschwester und von meinem Cousin abgeholt. Sie sind alle voll nett. Nur eine Sache „stört“ mich ein bisschen an Mexiko: Die Menschen hier sind alle so klein...Mein Gastvater ist fast einen halben Kopf und meine Gastmutter und Schwester ungefähr 1,5 Köpfe kleiner als ich...nur mein Cousin und mein Bruder haben ungefähr meine Größe. Das ist schon ein bisschen komisch, wenn alle kleiner sind.
Es ist momentan in Mexiko ein bisschen schwierig eine Schule zu finden. Die öffentlichen nehmen kaum Leute auf und die Privaten sind relativ teuer (40 € im Monat). Deswegen gehe ich die erste Woche noch nicht zur Schule. Montag und Dienstag war ich mit meiner Gastmama in ihrer Schule, aber das sind nur die Klassen 7-9. Der Unterricht ist hier wirklich anders und ich fühle mich irgendwie immer, wie ein Tier, weil mich alle total anstarren. Aber ich falle hier wirklich sehr auf. Einmal wegen meiner Größe und dann, weil ich wirklich hell bin. Die Menschen haben alle, wirklich alle, pechschwarzes Jahr, schwarz-braune Augen und dunkle Haut. Ich bin richtig blond und blass gegen sie. J Ich werde wohl in eine 11.Klasse gehen und wahrscheinlich jeden Morgen mit dem Bus zur Schule fahren. Hoffentlich kann ich auf die Schule hier in der Nähe gehen und muss nicht jeden Tag nach Toluca. Denn die Schule beginnt hier schon um 7 Uhr. Eine Schuluniform werde ich wohl tragen müssen. Hoffentlich ist sie wenigstens schön warm, weil es gibt hier keine Heizung in den Schulen und bei mir zuhause wohl auch nicht wirklich. Naja...mal sehen.
Zurzeit ist hier ja gerade Regenzeit, aber die hätte ich mir wirklich anders vorgestellt. Es regnet höchstens einmal am Tag ein bisschen und es sind so. ca. 20 –25° C. Im Winter werden es wohl maximal 0°C und es gibt sogar ein bisschen Schnee hier. Ansonsten bin ich auf ca. 2000-3000 m Höhe. Ja...höher als die Zugspitze bin ich dauerhaft. Es klingt zwar blöd, aber man merkt es auch. Ich bin von ein paar Treppenstufen total außer Atem...und es geht den anderen Austauschschülern genauso. Was ich wohl für eine Kondition haben werde, wenn ich wiederkomme...J Noch habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich große Probleme mit dem Zunehmen haben werde, aber es sind ja auch erst ein paar Tage hier. Die Mexikaner stehen total auf süße Sachen. Alle Getränke sind extrem süß, sodass nicht mal ich sie trinke. Also, bleibt mir nur noch Wasser. Das gibt es hier übrigens in 20 l Gefäßen...na ja...man kann ja das aus dem Wasserhahn auch nicht trinken. Und es gibt noch ein anderes Getränk, was sehr lecker ist und keinen Zucker enthält (es sei denn, man macht sich welchen rein). Es wird aus roten Blumen gewonnen, indem man sie trocknet und Wasser hinzugibt, was dann zu einem leckeren roten Saft wird. Ich glaube, es heißt Jamaica. Ansonsten gibt es meist Tortilla mit Käse drin und dazu dann Fleisch oder so. Hier wird viel Fleisch gegessen, aber man kann auch gut darauf verzichten. Ich zum Beispiel esse total viel Obst. Das ist hier total billig. 1 kg Pfirsiche kosten nur ca. 10 cent. 1 kg!!! Allgemein sind hier viele Sachen recht günstig. Zum Beispiel, sogenannte Bici-Taxis(ein Taxi, das von einem Fahrradfahrer gezogen wird) kosten nur einen Festpreis von 5 Pesos (nicht ganz 50 cent) im gesamten Ort. Und auch so in Bussen, zum Beispiel nach Toluca kostet eine Fahrt nur 4 Pesos. Also, lohnt sich Bus und Taxi fahren hier richtig.
Meine Gastmama sagt immer, dass ich so wenig esse, aber ich denke, dass die Mexikaner einfach viel essen. Das sieht man nämlich auch. Es gibt mehr dicke Menschen als bei uns.
Ansonsten gibt es hier kaum Supermärkte, sondern total viele kleine Geschäfte, die dann aber nur auf eine Sache spezialisiert sind.
Na gut, noch eine Sache, die ich sehr praktisch finde, ist, dass hier auch mit Metern, Kilometern und Kilogramm gerechnet wird und nicht in Miles, wie ich es befürchtet hatte.
Ach so, eines noch 1 Stunde Internet kostet nur 10 Pesos, also ungefähr 1 €. Klasse, oder?
Aber gut, das soll für heute erst einmal alles gewesen sein.
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